Hammer Stimmen - Zeit für eine Aussprache

Hammer Stimmen - Zeit für eine Aussprache

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00:00:00: Das sieht man auch in Klassenarbeiten, dass die manchmal mir Emojis entzeichnen oder Wortabkürzungen nur hinschreiben.

00:00:07: Ja wirklich!

00:00:09: Und das ist halt die moderne Kommunikation.

00:00:11: und dann sagen sie ja Frau Erdmann Sie wissen doch was ich meine?

00:00:16: Also in Mathe hätte der Kack Haufen mir durchaus weiter geholfen muss ich sagen.

00:00:19: damals den gab's aber da noch nicht.

00:00:23: Hammer stimmen Zeit für eine Aussprache wie Stadt und ihre Menschen Was du noch nicht wusstest, deine Ohren aber aufsaugen werden.

00:00:32: Präsentiert für den Gaumen abgerundet von Schürmans Genusswelten.

00:00:36: Deinem Experten für exzellente Weine, köstliche Spiritosen und besondere Biere.

00:00:44: Hammer

00:00:45: Stimmen heute mit einem... Ich weiß gar nicht ob man das hören kann!

00:00:48: Mit einem leichten Geplätscher im Hintergrund?

00:00:50: Das hatten wir schon mal in

00:00:51: Maxibark?!

00:00:52: Da sind wir heute aber gar nichts sondern ganz am anderen Ende der Stadt wenn man so will.

00:00:55: Daberg

00:00:57: Nicht

00:00:58: Lohrsa-Holz,

00:00:58: sondern Daberg.

00:00:59: Das habe

00:00:59: ich auf dem Weg hin ganz deutlich gelernt!

00:01:01: Und eine Kollegin aus dem Lohrsaholz hat direkt gesagt hey das ist doch Dabberg?

00:01:05: Das ist nicht da wo ich wohne.

00:01:06: Wir sind

00:01:07: im Schatten der Liboriuskirche.

00:01:08: jetzt mal ganz konkret.

00:01:10: So war es schonmal festgestellt und wir das sind Michael Knipenkötter, Lokalschäft des WA.

00:01:16: Ja und an meiner Seite die Frau, die neben dem Hauptberuf als Podcast Host noch irgendwas mit Radio macht.

00:01:23: Nämlich Lippewellen-Moderatorin Simone Niewardt.

00:01:26: Hallo und herzlich willkommen!

00:01:27: Und jetzt Achtung ich habe mich ein bisschen vorbereitet.

00:01:30: Merdhaber Ingülla Horsch-Geldin.

00:01:32: Chennai

00:01:33: Merdhaba Horschwildum

00:01:36: Was so viel heißt wie?

00:01:37: Hallo einen guten Tag Herzlich Willkommen.

00:01:39: Genau Das hat die Chennai uns vorher verraten.

00:01:41: Chennai Erdogan Hallo herzlichen Willkommen.

00:01:43: Hallo vielen Dank

00:01:45: Chennai.

00:01:45: du bist Das dürfen

00:01:48: wir sagen.

00:01:49: Und

00:01:50: du bist Lehrerin an der Friedensschule?

00:01:52: Das ist auch richtig!

00:01:53: Und zwar für Türkisch, Deutsch... was hast Du noch gesagt?

00:01:58: Seit neuestem für Kunst?

00:01:59: Genau und Geschichte habe ich auch studiert.

00:02:02: Und das hast Du auch alles.

00:02:03: also türkisch auch studieren und deutsch auch oder?

00:02:05: Richtig, türkische Geschichte und Deutsch als Drittfach und Kunst unter richtig Fach fremd an der Schule.

00:02:12: Da stellt sich natürlich direkt die Frage, türkisch ist das speziell an der Friedenschule so ein Wahlfach oder?

00:02:17: Nee.

00:02:18: Das gibt es zum Beispiel auch an der Sophie Scholl Gesamtschulen hat gemacht.

00:02:22: Also viele Gesamtschulen bieten das an.

00:02:25: Das ist jetzt nicht so.

00:02:26: ein Spezialding der Friedensschule

00:02:28: Habe ich so noch nicht gehört und habe spontan dabei die Frage jetzt auch im Kopf Hast du dann hauptsächlich türkische stämmige Schüler in dieser türkischen Stunde also einen türkischer Unterricht?

00:02:37: oder sagen wir uns zum Beispiel deutsche Schüler, nee finde ich super möchte ich lernen.

00:02:41: Da kann ich mich auch vielleicht besser mit meinen Freunden verständigen oder es bringt mir was für später etc.

00:02:46: Also es war anfangs als das Fach unterrichtet wurde vor Jahren.

00:02:51: da war das tatsächlich so ausgelegt dass es nur wählbar war von Schülerinnen und Schülern die auch als Muttersprache türkisch hatten.

00:02:59: mittlerweile darf man das sogar nicht mehr auslegen sondern ist es frei wähl bar für jedes Kind.

00:03:05: Da stehen wir dann allerdings vor einer Schwierigkeit, die wir als Schule stemmen müssen.

00:03:10: Wenn beispielsweise jetzt mehrere Schülerinnen und Schüler türkisch als Fach wählen, die das aber nicht als Muttersprache haben neben den Kindern, die es als Muttersprache haben, müssen wir natürlich gucken wie wir differenzieren und wie wir zwei Kurse anbieten für türkische Anfänger und für Kinder, die weit vorangeschritten sind aufgrund der Muttersprüche.

00:03:29: Vor diesem Problem standen wir bis heute noch nicht an unserer Schule.

00:03:34: Es gibt immer wieder mal Schüler, die auf mich zukommen und fragen Frau Edouan ich würde so gerne auch türkisch lernen wie ist das?

00:03:40: Und dann erkläre ich diese Situation.

00:03:42: und wenn aber nicht sehr viele Kinder das Fach wählen als Nichtmothersprachler, dann kommt der Kurs einfach nicht zustande.

00:03:48: Ja okay!

00:03:49: Daran

00:03:49: scheitert es dann aber grundsätzlich ist es offen für alle.

00:03:52: Ob habe ich mir vorstellen könnte dass selbst bei Die sind ja zum Teil in dritter, vierter Generation hier die Kinder.

00:04:00: Und dass da trotzdem noch Unterschiede sind.

00:04:04: Inwieweit die Türke sprechen zu Hause überhaupt noch?

00:04:06: Manche gar nicht mehr!

00:04:08: Ja, auf jeden Fall.

00:04:09: Das ist extrem schwierig geworden.

00:04:11: Es ist ja nicht nur im Fach türkisch so sondern das Gleiche könnte man auch auf das Fach Deutsch zum Beispiel beziehen.

00:04:18: aber wenn wir jetzt noch bei Türkisch bleiben ich kann mich daran erinnern wie ich REF gestartet bin mit einem türkischen Kurs.

00:04:24: Das waren sprachlich starke Kinder und das hat sich auch einige Jahre noch so gehalten auch an der Friedensschule.

00:04:30: Wenn ich mit heute vergleiche es sehr sehr sehr schwierig.

00:04:33: jedes Jahr sitzen wir mit den Kollegen an unseren Lehrplänen und gucken, wo wir noch unterbrechen können müssen.

00:04:41: Weil das was wir vor zehn Jahren hatten oder auch vor sieben Jahren kann man heute nicht mehr so unterrichten.

00:04:47: die Kinder sind der Sprache nicht mehr somächtig es wird einfach zu Hause nicht mehr richtig türkisch gesprochen weil ganz vielen nicht.

00:04:55: wenn ich einen Kurs habe mit fünfzehn Kindern dann hab' ich da vielleicht zwei starke Kinder drin die mündlich stark sind.

00:05:01: schriftlich ist ja wieder mal eine andere Sache noch.

00:05:03: aber alles andere braucht starke Unterstützung.

00:05:07: Manche, vielmehr manche...

00:05:09: Aber du hast glaube ich ein wichtiges Wort gesagt und zwar richtig die sprechen zuhause nicht mehr richtig

00:05:14: türkisch.

00:05:15: viele sprechen noch auch die älteren generation wahrscheinlich irgendwie untereinander aber halt nicht mehr richtig und mir haben halt schon mehrere Lehrer erzählt.

00:05:23: das ist dann schwierig da Das Deutsche draufzusatteln, wenn die türkische Grammatik schon nur so rupt.

00:05:28: Definitiv!

00:05:29: Also es ist ja eine bewiesene Sache von Sprachwissenschaftlern, dass man sagt, die Kinder sollen erst oder müssen erst ihre Muttersprache vernünftig zu Hause lernen.

00:05:38: und das sage ich den Eltern auch immer.

00:05:39: Ich sag sprechen Sie bitte einfach die Sprache, die sie gut beherrschen Wenn das türkisch ist, arabisch ist und russisch ist.

00:05:45: Sprechen Sie diese Sprache mit Ihren Kindern zu Hause?

00:05:48: Und zwar ausschließlich diese Sprach.

00:05:49: alles andere kommt dann besser und vernünftiger nach und sicherer.

00:05:54: nur meistens wenn die Kinder bei uns ankommen sind ja schon fast fertig von der Grundschule und da kann man nicht mehr viel machen.

00:06:01: Hinzu kommt ja auch, dass die Kinder generell mittlerweile ganz anders miteinander kommunizieren.

00:06:06: Das

00:06:07: ist so ein Mischmaschig wie

00:06:08: aus verschiedenen Sprachen?

00:06:09: Ja dieses Code-Switching hin und her war schon immer – das kenne ich von mir selbst auch.

00:06:13: Man nimmt sich einfach das einfache Reward was gerade jetzt so daherkommt und nimmt das.

00:06:18: meine deutschen Freunde fanden es immer witzig.

00:06:21: Die meinten dann immer du hast irgendwas erzählt und dann haben wir nur gehört zwischendurch Krankenhaus!

00:06:25: Und dann wussten wir aber genauso irgendwie... im welches Thema das war.

00:06:31: Das ist dann total witzig, wie das wahrgenommen wird weil man selbst achtet manchmal gar nicht drauf dass man jetzt gerade in dieser bequemen Zone wenn man sich wohl fühlt einfach so spricht dass man beide Sprachen benutzt.

00:06:42: eigentlich achte ich da immer bewusst darauf nicht dass da jemand sich dann ausgeschlossen fühlt oder denkt jetzt kann ich ja gar nicht mitreden hat.

00:06:48: mein erfolgreich mit der anderen kommunikation meinte ich allerdings auch dieses das einfach nicht kommuniziert wird.

00:06:54: die schicken sich einfach irgendwelche emojis.

00:06:57: digitale Endgerät ist deren beständiger Begleiter und es ist einfach traurig.

00:07:02: Das sieht man auch in Klassenarbeiten, dass die manchmal mir Emojis hinzeichnen oder Wortabkürzungen nur hinschreiben?

00:07:10: Ja wirklich!

00:07:11: Und dann hast du anstatt das ganze Wort dann nur zwei drei Buchstaben so wie man halt Nachrichten abkürzt... ... die moderne Kommunikation.

00:07:23: Dann sagen sie, ja Frau Erdmann, aber Sie wissen noch was ich meine?

00:07:27: Also in Mathe hätte der Kack Haufen mir durchaus weitergeholfen, muss ich sagen damals.

00:07:31: Den gab es aber dann auch nicht... Aber

00:07:33: jetzt erklärt sich natürlich auch wenn du sowas sagst wie Rasant sich das in den vergangenen Jahren verändert hat.

00:07:38: also ich mein dass ist natürlich ein Phänomen.

00:07:39: das stimmt das wird vor zehn Jahren so und noch nicht gegeben haben.

00:07:42: und jetzt sitzt du da und musst irgendwelche Emojis bewerten.

00:07:49: Das ist schon spannend, was machst du dann?

00:07:50: Dann musst du erst mal mit den Eltern sprechen und sagen vielleicht auch mal die Bildschirmzeit resuzieren.

00:07:54: Ja diese Gespräche werden ständig geführt.

00:07:58: oftmals sind die Eltern da auch sehr einsichtig und geben das auch zu und sagen ja das Problem haben wir Zuhause und wir versuchen Haben sie noch Tipps?

00:08:07: Wir haben schon das Handy weggenommen Und dies und dass.

00:08:10: aber irgendwie finden Kinder immer Mittel und Wege.

00:08:13: Und ja, bei manchen klappt das dann gut.

00:08:15: Bestrafung ist auch nicht immer so der richtige Weg.

00:08:18: Da versuchen wir ja auch als Schule und ich sehe ganz viele Elternhäuser die das versuchen da vernünftig zu unterstützen mit den Medien und den Social Media Kram da vernunftig umzugehen.

00:08:29: Das ist ja der richtige weg dass man lernt wie man richtig damit umgeht und nicht irgendwie den kompletten Verzicht.

00:08:34: aber es ist schwierig.

00:08:36: Ich möchte noch mal zurückkommen auf die Ursprungssprache in der Familie.

00:08:39: Du hast ja auch eine Tochter?

00:08:40: Ja, richtig!

00:08:41: Wie

00:08:41: alt ist sie hier?

00:08:42: Die

00:08:42: ist zehn.

00:08:43: Hätte ich sogar getippt genau.

00:08:44: Wir haben sie gerade schon kennengelernt kurz.

00:08:47: Die ist

00:08:47: Zehn und ihre Muttersprache ist

00:08:51: Türkisch.

00:08:52: also ihr habt zu Anfang türkisch mit ihr

00:08:54: gesprochen?

00:08:54: Wir haben zu Anfang sehr darauf geachtet stark darauf geachtet dass wir nur türkische mit ihr sprechen.

00:09:00: Sie hat auch ein sehr gutes türkisches gesprochen oder zumindest sehr viel von uns gehört.

00:09:05: Sie ist mit, ich muss jetzt kurz überlegen.

00:09:08: ein Jahr und ein Monat alt war sie glaube ich dann bei einer Tagesmutter gewesen.

00:09:13: da habe ich wieder angefangen zu arbeiten und da hat sie dann halt auch Deutsch gehört Menschen die Deutsch sprechen und diese Sprache hat sich dann kennengelernt.

00:09:22: natürlich hat sie zwischendurch und wenn wir immer beim Einkaufen waren oder bestimmt natürlich auch deutsche Sprache gehört.

00:09:28: So ganz ohne Deutsch ist sie natürlich nicht aufgewachsen, aber wir haben mit ihr untereinander nur Türkisch gesprochen Großeltern und alle auch.

00:09:36: Und das hat dazu geführt dass die wirklich als die Sprache bei Jesu anfing wo sie dann anfing zu reden Dass sie da ein wirklich gutes türkisch sprachen super Satzbau hatte.

00:09:46: Ausdruck war stark und Das haben auch andere immer rausgehört.

00:09:51: Sie hat dann auch immer gut trennen können, wenn ich sie zum Beispiel von der Tagesmutter abgeholt habe und dann saß die da auf der Treppe, sollte sich ihre Schuhe zum Beispiel anziehen.

00:09:59: Und hat dann mit mir Türkisch gesprochen und hat aber Deutsch mit der Tagessmutter gesprochen das konnte sie perfekt trennen.

00:10:05: Das war wirklich krass!

00:10:07: Als ich dann sie in der Kita angemeldet habe, da war sie drei Und dann kam so ein kleiner Wendepunkt, wo sie plötzlich die türkische Sprache komplett verweigert hat.

00:10:17: Wir wissen nicht warum?

00:10:18: Sie hat dann einfach gesagt, sie ist jetzt alt genug und darf selbst entscheiden welche Sprache sie spricht und möchte nur noch Deutsch sprechen auch wenn wir mit ihr türkisch sprechen, sie wird nur noch auf deutsch antworten.

00:10:28: Das hat sie

00:10:29: durchgezogen!

00:10:30: Das tat mir so leid.

00:10:31: ich habe so versucht.

00:10:32: die ganze Zeit habe mich gesagt um Gottes Willen du bist Türkisch Lehrerin und dein Kind spricht kein Türkisch.

00:10:36: Und das habe ich gesagt, das kannst du nicht machen.

00:10:38: Ich hab sie bestochen... Ich hab mit dir geschimpft!

00:10:42: Ich hab gesagt, dass kannst du dich nicht machen und ich hab es lieb versucht.

00:10:46: Es hat nicht geklappt.

00:10:47: Ich habe jemand gesagt, was du machst?

00:10:49: Dass ihr in Ruhe ... Du hast dir die Grundbausteine mitgegeben und ich hoffe darauf habe ich gedacht, dass es dann irgendwann wieder kommt.

00:10:57: Und jetzt heute so mit Oma und Opa

00:10:59: oder so?

00:11:00: Ja, Oma & Opa können ja auch Deutsch sprechen.

00:11:02: das ist kein Problem in dem Sinne.

00:11:03: aber was ich jetzt heute beobachte ist also das hat sie sehr lange durchgezogen mit der deutschen Sprache.

00:11:09: die ist jetzt zehn geht ja jetzt auch nach den Ferien auf eine auf die weiterführende Schule.

00:11:14: Dass Sie jetzt so seit einigen Monaten allerdings erst wieder anfängt zu sprechen, dass sie bewusst auch nachfragt.

00:11:22: Wie heißt denn dieses Wort?

00:11:23: Dass die Sätze bildet und auch jetzt im Urlaub mal wieder einmal wenn ich mal mit meinem Mann türkisch gesprochen habe da mal einen Satz rein.

00:11:30: Es klingt anders und komisch wie jemand der so die Sprache halt neu lernt.

00:11:34: So wie bei mir vorhin,

00:11:38: aber ich merke es kommt zurück und da ist ganz viel noch auch hengeblieben.

00:11:43: Aber was ich zum Beispiel, wenn ich jetzt so vergleiche für den Deutschunterricht sagen kann.

00:11:48: Da steht sie auf einer perfekten Note also anscheinend hat das ja dann war das dann noch richtig denke ich mir so wie wir es gemacht haben weil Sie die deutsche Sprache halt perfekt beherrscht und Ja.

00:11:59: Aber unglaublich, wie strategisch ihr da rangegangen seid!

00:12:01: Also so habe ich das auch noch nie gehört von türkischen Freunden oder sodass ihr das wirklich sehr, sehr bewusst gemacht habt.

00:12:06: in den ersten Monaten und Jahren, anderthalb Jahren hast du ja gesagt ungefähr dass man dann nur bei der Muttersprache bleibt und dann sagt auch sehr selbstbewusst was Deutsche wird dann kommen und das kommt halt oben drauf und dann ist sie perfekt gerüstet sozusagen für ihr weiteres Leben.

00:12:21: also das ist ja schon etwas.

00:12:23: Ich nehme mal an Wärst du jetzt nicht Lehrerin, ausgebildet mit Studium und allen drum und dran hättest du diese Entscheidung so nicht bewusst getroffen oder?

00:12:32: Das weiß ich nicht.

00:12:33: Tatsächlich habe ich viele Freunde in meinem Unfall die das auch so machen allerdings halt auch viele Lehrerfreunde.

00:12:40: Oder wenn man mal so miteinander gesprochen hat dann hat man das natürlich dann so weitergegeben.

00:12:44: Die haben das dann auch so durchgezogen.

00:12:47: Ich denke aber nicht, da gebe ich dir Recht.

00:12:49: Dass zum Beispiel wenn meine Eltern beide Sprachen jetzt gesprochen haben und mein Mutter konnte ja dort diese Entscheidung bewusst getroffen haben, damals mit uns Nordjürgen zu sprechen, dann gebe ich dich recht.

00:13:00: Jetzt haben wir schon ganz viel über deine Eltern gesprochen.

00:13:03: das ist natürlich auch eine spannende Geschichte glaube die überhaupt hier nach Deutschland gekommen sind.

00:13:10: Es war nämlich so, dass deine Mutter zuerst hier war und deinen Vater nachgeholt hat.

00:13:14: Das ist ja sonst was immer umgekehrt eigentlich

00:13:16: nicht.

00:13:16: Ja, sonst hört man ja immer so Geschichten nur das anders läuft.

00:13:19: Mein Opa, mütterlicherseits der war hier alleine erstmal in Deutschland und hat bei der Deutschen Bahn gearbeitet Und für ihn war die Bildung sehr wichtig.

00:13:30: Der lebt leider nicht mehr aber meine Mutter erzählt auch viel von ihm.

00:13:35: Für ihn war Bildung schon von Anfang an immer so wichtig, dass er gesagt hat bewusst.

00:13:39: Meine Kinder sollen die Grundschulzeit in der Türkei erleben und nach der Grundschule die weitere Schulbildung in Deutschland.

00:13:47: Und so hat das auch meine Mutter gemacht.

00:13:50: sie hat die Grundschulzeit bei der Türckei beendet und ist dann nach Deutschland gekommen und war hier an der Schule und hat ihren Hauptschulabschluss gemacht, hat dann ihre Lehrer als Friseurin angefangen usw.

00:14:00: Und hat dann quasi meinen Vater.

00:14:04: Das war eine Jugendliebe, aber ne richtig Jugendlieber.

00:14:07: Mit drei Zehn waren sie wohl schon zusammen und seitdem nicht getrennt und mein Vater der in der Türkei auch Literaturlehrer war.

00:14:16: damals musste dann die Entscheidung treffen bleibe ich in der türkei und bleib' ich Lehrer oder gebe hier meinen Beruf und mein Leben auf und wandere aus nach Deutschland Für die Liebe.

00:14:30: Und er hat es wirklich gemacht?

00:14:31: Und er hats wirklich gemacht und ich bin froh, dass er's gemacht hat.

00:14:34: Sonst wär' ich jetzt auch nicht hier.

00:14:36: Aber er hat natürlich dann sein ganzes Studium und seine Passion.

00:14:40: ja letztens auch, ne?

00:14:41: Ja.

00:14:41: Ist dann erstmal Adaktor-Gelicht...

00:14:43: Das

00:14:43: ist natürlich schade!

00:14:44: ...und der muss neu anfangen,

00:14:45: ne?!

00:14:45: Richtig.

00:14:47: Als Lehrer konnte er hier nicht anfangen.

00:14:51: Er ist dann in einen ganz anderen Berufszweig eingestiegen oder musste muss hier arbeiten, irgendwie zur Anarbeit kommen und ist dann in Duisburg bei der DK Deutsche Kupferhütte als Schweißhaar- und Schlosser.

00:15:06: Ist er dann angefangen oder ich glaube erst mal als Schlosser und dann irgendwie sowas.

00:15:10: Und ist jetzt seit letztem Jahr Dezember Rentner, genau da ist ja auch sein Weg gegangen hat jahrelang gearbeitet war dann aber auch letztlich zufrieden.

00:15:21: Ich glaube aber im Herzen das war so seinen Wunderpunkt.

00:15:27: Die Lehrertätigkeit, ich glaube die gibt niemand.

00:15:30: Wenn man es mit Herzen macht einfach so gerne auf und ich bin mir ziemlich sicher dass ich auch so seinen Traum, den er zu Ende leben konnte, so weiterführen konnte und ihn da glaube ich ganz stolz gemacht habe.

00:15:45: Das ist schön!

00:15:46: Aber du hast gesagt das hat ja erst mal noch gar nicht viel mit Ham zu tun sondern du bist in Duisburg aufgewachsen?

00:15:52: Richtig Genau.

00:15:54: Ich bin in Duisburg aufgewachsen, habe dort meine Grundschulzeit und auch die weiterführende Schule dort absolviert an der Uni Essen mein Studium absolvieren.

00:16:03: Und dann war für mich so die Frage nach dem Studium ja das Referendariat.

00:16:08: Dann sollten wir so Wunschorte angeben.

00:16:12: Es war halt super bequem bei Mama zu leben.

00:16:15: Duisburger Essen ist dann noch Oberhausen.

00:16:19: Fertig

00:16:20: Punkt.

00:16:22: Klappt schon,

00:16:23: Lehrer werden dabei gesucht

00:16:25: und das klappt schon habe ich gedacht.

00:16:28: Dann gab es Post aus Ansberg?

00:16:30: Richtig!

00:16:30: Und ich dachte so was ist das?

00:16:32: Dann habe ich geschaut, Ansberg, Seminarort und Ausbildungsschule in Hamm.

00:16:38: Mein erster Gedanke um Gottes Willen oft gar keinen Fall.

00:16:43: und dann habe ich das mit meinen Eltern besprochen.

00:16:45: mein Vater fragte gesagt ja was ist deine Alternative Ist auch ein halbes Jahr kann ich ja warten, kann hier und da jobben.

00:16:51: Und dann bewerbe ich mich noch mal.

00:16:53: und was ist wenn es dann nochmal haben wird?

00:16:56: Und wieder ans Berg?

00:16:57: Ja war blöd!

00:16:58: Dann haben wir gemerkt so eine richtige Alternative habe ich nicht.

00:17:01: das verzögert sich ja dann nur.

00:17:03: Ich sag komm Wackes sind ja nur zwei Jahre ziehst du durch.

00:17:08: Das war dann so quasi der Gedanke nur zwei jahre.

00:17:12: ich bin dann mit meinem älteren Bruder Hatten wir im Vorfeld, im International nach ein paar Wohnungen geschaut und sind dann eines Tages nach Hamm gefahren.

00:17:22: Hatten zwei Wohnungsbesichtigung.

00:17:24: die erste kam nicht in Frage, die zweite dann doch in Bocomhüffel halt in der Nähe der Sophie Scholl meiner Ausbildungsschule.

00:17:31: Da bist

00:17:31: du jemals wieder weggegangen aus BoccomhüFFEL.

00:17:33: das ist wirklich...

00:17:33: Das kann mich alle überhaupt nicht verstehen als alter Bockomhüuffler.

00:17:37: Guck mal

00:17:37: wie schön dass ihr auf dem Darmwerk ist!

00:17:39: Ich kann das voll verstehen Channel.

00:17:41: Okay mach weiter erzähl Sag jetzt gar nichts mehr.

00:17:46: Ja und dann weiß ich noch ganz genau, als wir den Vertrag unterschrieben hatten für die Wohnung sind wir in die Stadt gefahren und dann haben wir uns in ein Café gesetzt und haben was gegessen.

00:17:59: Dann habe ich mir so die Stadt und die Menschen angeschaut und hab dann jetzt so ein ganz mulmiges Gefühl und hab gedacht, es sind nur zwei Jahre, hab' ich immer gedacht.

00:18:08: Und

00:18:09: jetzt langsam wird's halt, dass sie die Kurve kriegt, möchte ich ihnen auch...

00:18:12: Und irgendwann, wenn ihr mich jetzt fragt... Also die Frage ist ja berechtigt.

00:18:16: Ich bin immer noch hier.

00:18:19: Während des Refs das war so gegen Ende.

00:18:22: Ich war halt zwischenzeitlich sehr oft an Wochenenden natürlich in Duisburg bei meinen Eltern nach meiner Freunde besucht und irgendwann ... Das war so ein Tag, aber kann ich mich noch so gut daran erinnern?

00:18:32: Wenn nicht die Autobahn runtergefahren und hab' so auf das Frühling geschaut und auf die landwirtschaftlichen Flächen und dann habe ich es so gedacht Es ist schön, jetzt gerade wieder hier zu sein.

00:18:42: Fühlt sich wie Zuhause an und der Gedanke sofort nach zwei Jahren wieder wegziehen zu wollen war nicht mehr so präsent plötzlich.

00:18:51: Also das habe ich bis heute wenn ich die Autobahn runterfahre und das Grün sehe da freue ich mich immer.

00:18:57: Das ist geblieben!

00:18:59: Und dann hast du ja auch richtig was... ... jetzt auch schon kennengelernt von haben.

00:19:03: Also du warst in Bochumhöfel, ... ... warst an der Sophie-Scholl-Schule und nach dem Referendariat das hast du uns erzählt... ... und das wissen wir bis du dann an die Friedensschule gekommen bist.

00:19:11: Das heißt da sind Rene von der Stadtmitte.

00:19:14: Jetzt aktuell sitzen wir in deinem wunderschönen Wintergärten im Daberk im Westen der Stadt.

00:19:19: Bist du ja schon ein bisschen rumgekommen?

00:19:21: Ja, das stimmt.

00:19:23: Also ich kannte Hamia gar nicht.

00:19:25: Mein jetziger Mann war damals schon mein damaliger Freund.

00:19:29: Wir waren auch schon in der Reffzeit zusammen und er war quasi so die erste Person, die dafür gesorgt hat dass sich ham besser... kennenlernen konnte und auch hier ankommen konnte, tatsächlich.

00:19:40: Weil man ist ja dann so mit alltäglichen Fragen auch beschäftigt neuen Hausarzt zu finden wenn man mal einen Zahnarzt braucht oder irgendwie eine Behörde oder man muss sich ums Auto kümmern hin und her das sind... Dann habe ich irgendwann gemerkt ja ich lebe hier den Alltag mehr als wie ich vielleicht anfangs wollte und es fühlte sich gut an.

00:19:59: Ich hatte sehr, sehr nette Begegnungen immer, muss ich sagen.

00:20:02: Vielleicht hatte ich da einfach nur Glück oder... Nein!

00:20:05: Alle Hammer sind so.

00:20:07: Die Schule, die ich zuerst kam, ich blicke sehr wohlwollend zurück auf meine Referendariatszeit.

00:20:14: Es war ein tolles Kollegium, tolle Menschen und ich hatte während der Zeit Kontakt mit der damaligen Schulleitung Monika Siegart aus der Friedensschule, die mich fragte ob ich denn direkt danach Lust hätte bei ihr zu arbeiten an der Schule und dass sie Leute bräuchten.

00:20:30: Und das war alles so offen, so willkommen und auch das Kollegium hat mich so nett empfangen.

00:20:37: Ich glaube das ist auch das was Hammer Schulen, also ich habe jetzt zwei kennengelernt.

00:20:41: Ich kenne aber auch viele andere Schulen weil ich auch viel unterwegs bin aufgrund meiner Tätigkeit auch als Beratungslehrerin an der Schule.

00:20:49: das ist so mein Herzensprojekt neben dem Unterrichten.

00:20:52: da kommt man halt auch mehr rum dann an anderen Schulen wo man wirklich das Kollegium auch mal kennenlernt dass unheimlich viele Menschen hier gibt die gerne hier arbeiten an Schulen die mit Herzblut dabei sind und das macht glaube ich auch so die Hammer-Schulen aus dass man sich wohlfühlt als Lehrkraft gerne zur Arbeit währt.

00:21:11: Das heißt Beratungslehrerin?

00:21:14: Ich bin, also ich habe eine Funktion an unserer Schule auch als Beratungstheurerin das heißt ich berate Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Lebenslagen.

00:21:24: wir haben auf der kleinen Seite die Friedensschule ist ja eine Schule hat zwei Bereiche.

00:21:30: Wir haben ja die Maka Ali, die trennt uns und die kleine Seite, wir nennen sie immer Klein-Hundgroße Seite für

00:21:36: die jüngeren Schüler.

00:21:36: Genau

00:21:37: fünf bis sieben ist die Kleine Seite und acht bis dreizehn die große Seite.

00:21:40: auf der kleinen Seite haben wir zum Beispiel den Ankerplatz.

00:21:42: Den habe ich mit einem Kollegen zusammen vor Jahren aufgebaut und der Anker Platz ist ein Ort, der die Schülerinnen und Schüler auffangen kann bei verschiedensten Sachen.

00:21:51: das kann Das können Probleme in der Familie sein, das können Probleme an der Schule sein.

00:21:56: Das kann Herzschmerz sein und das kann einfach nur Stress sein durch verschiedene Faktoren ausgelöst.

00:22:02: oder es kann aber auch einfach sein dass Kinder sich freuen über ein Ereignis, aber niemanden haben zu Hause dem sie es erzählen können und dann einfach jemandem brauchen der den Zuhört.

00:22:12: Und da bin ich... Und das bist

00:22:13: du als Beratungslehrerin?

00:22:15: Richtig!

00:22:17: Auch neben meinen Kollegen und Kollegen, neben den Sozialarbeitern.

00:22:22: Und da sitzen wir dann in dem Ankerplatz und da habe ich halt meine Stunden auch.

00:22:26: Also es ist in meinem Stundenplan verankert sind diese Stunden.

00:22:29: Dann sitze ich da im Anker Platz und habe dann entweder Kinder die haben ihre Termine schon gebucht oder Spontanzuweisungen wo dann Kinder kommen.

00:22:37: Ich glaube früher hätte man dich Vertrauenslehrerin genannt.

00:22:41: Richtig!

00:22:42: So könnt ihr euch das vorstellen?

00:22:43: Ist das nicht... Wir haben uns da vorher drüber unterhalten.

00:22:47: Ich muss das so deutlich sagen, wir fanden das eigentlich ganz schrecklich.

00:22:50: Weil ich meine wenn es in einer Schule einen Vertrauenslehrer gibt oder geben muss sowie bei mir auch früher sind dann alle anderen sind das dann Misstrauenslehre?

00:22:58: Oder wie muss ich mir das vorstellen?

00:23:00: also weißt du worauf ich hinausfühlt.

00:23:01: dass ist ja eigentlich absurd.

00:23:03: Ist einem als Kind... Also mir war das als Kind nicht bewusst.

00:23:05: da hat man das so hingenommen.

00:23:07: Ja der und er ist Vertrauslehrers.

00:23:08: Den kannte man am Ende gar nicht.

00:23:11: Der wäre jetzt im ganzen Leben nicht hingegangen nur weil der dieses Siegel hat.

00:23:17: irgendeiner Lehrerin oder einem Lehrer, den ich kenne und dem mich per se vertraue.

00:23:21: Ob der jetzt Vertrauenslehrer ist oder nicht?

00:23:23: Aber du hast gesagt, du hast dann quasi freige schaufelte Stunden.

00:23:27: also daran liegt das quasi dass man

00:23:29: Genau.

00:23:29: Das ist natürlich, soll das immer noch so sein dass die Kinder sich aussuchen dürfen zu welcher Lehrkraft sie gehen bei Problemen und das sind in erster Linie natürlich auch die Klassenlehrer und Klassenererinnen.

00:23:39: aber unsere Schülerschaft kennt den Ankerplatz zum Beispiel sehr gut.

00:23:43: wir stellen uns auch immer Anfang des Jahres vor oder zwischendurch mal immer die Tür steht auf Die wissen was das für ein Ort ist Und die Kinder kommen sehr gerne.

00:23:53: Manchmal ist man auch als Lehrkraft einfach überfordert in einer Situation beispielsweise Klassenererinnen, wenn ein Kind einen plötzlich Sachen erzählt die es erlebt und man überhaupt jetzt nicht weiß was ist der richtige Weg.

00:24:06: Sind wir dann die Personen die dann weiter helfen können?

00:24:09: Die dann weiter vermitteln können, die quasi so eine Brücke bauen können zwischen Klassenleitung Schüler Eltern um da die richtigen Lösungen gemeinsam mit dem Kind zu finden.

00:24:19: Ich finde das das ist natürlich auch sehr speziell an einem Ort gebunden bei euch.

00:24:23: ich glaube dass schafft ja auch noch mal zusätzlich Vertrauen, aber dem Wort für die Schüler und das sie klar mit dem Begriff Anker.

00:24:33: Hast du es ja perfekt geschrieben, also das ist so ein bisschen wie die Insel in einer wilden Schule.

00:24:39: Also wir reden ja glaube ich nach wie vor von der größten Gesamtschule der Stadt?

00:24:42: Ist das korrekt?

00:24:44: Die

00:24:44: Friedenschule ist schon sehr groß.

00:24:45: Generell an der Größen der Stadt.

00:24:47: Ja und da stelle ich mir wahnsinnig wuselig vor.

00:24:50: Wir reden von der Stadtmitte verkehrstechnisch auch richtig was los.

00:24:54: und dann hast Du als Schüler natürlich, so stell ich es mir gerade echt ganz schön vor, so einen Punkt wo Du Dich zwischen diesen auch mal an strengen Unterrichtsstunden dann irgendwo, wo du für dich sein kannst.

00:25:07: Wo du aber auch ein bisschen was loswerden kannst und wo Du Beratung ist ja genau das richtige Wort, wo Du dir auch mal einen Rat einholen kannst von Dir in dem Sinne dann

00:25:15: richtig.

00:25:16: wir haben Ja Viele spezielle Schüler, also unsere Schule oder generell das ist ja auch Ham.

00:25:22: was uns ausmacht.

00:25:23: Ist ja auch dass dort Kinder sitzen in der Klasse.

00:25:27: die haben verschiedene kulturelle Hintergründe.

00:25:29: Die haben verschiedene Träume und Vorstellungen vom Leben.

00:25:32: Die ham verschiedene sprachliche Fähigkeiten andere Defizite oder Stärken, die sie halt mitbringen.

00:25:41: Jedes Kind hat so seine eigene Geschichte und wir sind so vielfältig Und da muss man einfach Verständnis für haben und dann so zu wissen aus dem Methodenkoffer das jetzt rauszupicken was dann gerade passt Für die Person und nicht oftmals.

00:25:56: also ich erinnere mich an die Anfangszeit meiner Beratungsstätigkeit.

00:26:00: Das Kind hat angefangen zu sprechen.

00:26:01: Ich hatte direkt eine Lösung im Kopf und ich wusste sofort dass hilft.

00:26:04: Jetzt soll er jetzt machen Jeder liebt anders, jeder hat andere Voraussetzungen zu Hause und das muss man erst mal dann mit den Jahren so lernen.

00:26:14: Welche Lösung ist jetzt für dieses Kind erstmal richtig auch wenn sie in meinen Kopf nicht so richtig passt?

00:26:21: Und das ist wichtig!

00:26:23: Ist es für dich mit deinem kulturellen Hintergrund leichter sich da manchmal einzu?

00:26:28: Fühlen?

00:26:30: Also die Frage habe ich mir letztens oder hatte mich glaube ich ein Kollege letztens noch gefragt.

00:26:34: Das war tatsächlich anfangs meiner Lehrerin Tätigkeit so, dass es einfacher war weil es viele türkische Familien noch waren, die damals noch diese Unterstützung brauchten.

00:26:44: mittlerweile hat sich das geändert.

00:26:47: Das sind nicht mehr die türkischen Familien, die diese Hilfe unbedingt benötigen.

00:26:51: Vereinstelt ja, helfe ich auch sehr gerne aber mittlerweile hat sich der Fokus so ein bisschen gedreht.

00:26:59: das sind dann eher die arabischen, die vulgarischen rumänischen Familien und da hilft mein kultureller Hintergrund tatsächlich dann nicht mehr.

00:27:07: Und hilft es dass du eine Frau bist?

00:27:09: Kannst du da so einen heute sagt man role model sein?

00:27:13: oder ist es vielleicht manchmal auch um so schwieriger, dass du eine, ich sag jetzt mal türkischstämmige Frau bist?

00:27:20: Ich würde sagen beides.

00:27:21: Mal so und mal so da kommt es auch auf die Familien an.

00:27:24: im türkischen Kulturkreis habe ich dann nur positive Erfahrungen persönlich gemacht.

00:27:28: das muss sich ganz klar sagen.

00:27:31: aber heute jetzt manchmal ist es dann auch schwierig als frau Klartext zu reden.

00:27:37: für mich ist es nicht schwierig ich mache das aber das das ist dann auch so angenommen wird.

00:27:42: Da gibt es dann manchmal Schwierigkeiten.

00:27:44: Und ist das tatsächlich auch so, dass wir uns bewusst in solchen Gesprächen auch mehr nicht Unterstützung holen?

00:27:50: Ja?

00:27:51: Ich habe hier noch auf meinem schlauen Settel stehen Thema Social Media.

00:27:55: da müsst ihr eigentlich direkt mal einhaken.

00:27:56: also du hast von Wandel und neuen Herausforderungen gesprochen aus den letzten Jahren.

00:28:02: bei uns war das auch schon häufiger Thema in der Redaktion und das schwappt ja auch aus Australien rüber beispielsweise dieses Social-Media-Verbot.

00:28:09: wie sind deine Meinungen dazu

00:28:11: ob ich für das Verbot bin.

00:28:12: Definitiv ja, definitiv und ich glaube, ich spreche auch für mein ganzes Kollegium.

00:28:17: Also nicht nur in der Schule sondern Australien hat es ja generell?

00:28:21: Ja,

00:28:22: nicht nur für die Schule, sondern generell würde ich das definitiv befürchten.

00:28:25: Also

00:28:25: deine Tochter hat auch noch kein Handy?

00:28:27: Nein,

00:28:27: hat sie nicht.

00:28:29: Gibt es sich mit zufrieden?

00:28:30: Das ist ja manchmal dann so ein Druck gerade auf dem Wächter zur Weiterführende Schule, wo sie jetzt vermutlich da her steht.

00:28:36: Wo es dann bei vielen anfängt.

00:28:37: Genau das ist bei uns noch kein Thema.

00:28:40: Das ist für Sie auch vollkommen in Ordnung.

00:28:42: Wir hatten natürlich schon mal drüber gesprochen.

00:28:44: Sie hatte mal gefragt wie ist das?

00:28:45: vieler kriegen ja zur fünften Klasse einen Handy?

00:28:48: und dann habe ich sie gefragt wie sie das sieht.

00:28:50: Sie meinte sie müsste aktuell keins haben.

00:28:52: Sie soll erst einmal beweisen sagte sie sich selbst dass die erstmal gut ankommt in der Schule gut ist.

00:28:57: Irgendwann sprechen wir drüber.

00:28:59: Also

00:28:59: da bin ich auch ganz froh, dass sie

00:29:01: da so vernünftig... Da hast du aber eine starke Persönlichkeit dran gezogen!

00:29:04: Also erst die Sache mit dem Türken sprechen und jetzt das?

00:29:07: Ich hoffe es bleibt so.

00:29:08: Da ist die Mama auf jeden Fall ein Lohnmodell würde ich sagen.

00:29:11: ne?!

00:29:12: Ja, ich geb mein Bestes.

00:29:14: Jetzt haben wir vorhin gesprochen über deine Beratertätigkeit.

00:29:17: aber wie ist das im Unterricht?

00:29:20: Du als Frau von einer Klasse, die sind da zum Teil auch relativ voll in der Gesamtschule

00:29:25: bis zu dreißig.

00:29:27: Das funktioniert aber hat sich da auch in den letzten zehn Jahren was getan.

00:29:31: Auch so Aufmerksamkeitsspanne, Social Media doch immer wieder oder wie nannte es Friedrich Merz, die kleinen Pashas in den Klassen.

00:29:41: Also ich persönlich hatte nie Probleme in meiner Rolle als Lehrerin vor der Klasse, mit meinem Standing.

00:29:50: Das habe ich oder konnte ich im Referentariat gut üben und das war so auch meine Stärke wenn ich in eine Klasse komme.

00:29:57: Ich weiß wie ich vorgehe und meistens klappt es.

00:30:01: Natürlich gibt Schüler die den Rahmen immer widerspringen wollen und auch sprengen Aber auch da weiß ich, wie ich mit umzugehen habe und bekomme das eigentlich mal ganz gut im Griff.

00:30:13: Es ist so wenn man jetzt vergleicht ja die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler, die nimmt extrem ab oder hat abgenommen.

00:30:20: Das merkt man!

00:30:21: Das was ich unterrichtet habe vor zehn Jahren kann ich einfach nicht mehr unterrichten.

00:30:26: Die Einzelarbeitsphasen, man merkt nach drei vier Minuten die Schüler werden unruhiger und dann muss man wirklich immer schauen was bietet man jetzt den Schülern an oder wie trainiert man sie?

00:30:38: dass man da die Aufmerksamkeit doch länger beibehält weil Einfach immer so drauf reagieren, nur weil sie es in dem Moment nicht können ist ja dann auch keine weitere Entwicklung die wir anbieten.

00:30:49: Aber drei vier Minuten ist schon extrem kurz oder?

00:30:52: Ja also es sind natürlich Kinder in der Klasse die dann auch länger arbeiten können und wollen aber wenn dann der Klassenklauen anfängt zu stören ist das da natürlich für die anderen auch nicht mehr so einfach.

00:31:05: Ich rede ja auch viel mit ihnen.

00:31:06: Ich frag sie, was macht ihr so in der Freizeit?

00:31:10: Was glaubt ihr, woran es liegt, dass die euch nicht so konzentrieren können?

00:31:13: und wenn die mir dann erzählen, dass sie da stundenlang auf YouTube an diesen

00:31:19: Reals

00:31:20: oder bei Tiktok diese ganzen

00:31:23: kurze Filme das sie dann wie so eine Dauerschleife da sitzen und gar nicht merken, dass Stunden vergehen konsumieren, aber irgendwie gar nicht merken was ist das in so einer Sprache und auf einer Ebene die eigentlich überhaupt nicht geht.

00:31:40: Das muss das Gehirn natürlich alles auch noch verarbeiten.

00:31:44: Kommt da so eine olle Lehrerin um die Ecke und will Balladen unterrichten, ist das so langweilig.

00:31:51: Und dann soll man auch noch sprachliche Mittel- und rhetorische Mittel jetzt herausfiltern und sie dann noch im ganzen Satz aufschreien und am besten noch drei hintereinander... Oh Gott!

00:32:00: Und dann kommen Sie noch mit Goethes Faust oder Schiller Maria Stuartomecke?

00:32:04: Genau, dann ist ganz vorbei.

00:32:05: Normalerweise einfach nur ein Emoji.

00:32:06: Was Wilde von

00:32:07: mir genauer, ich

00:32:08: weiß auch welches.

00:32:12: Das ist schon ...

00:32:13: Wir könnten über Schule tatsächlich noch stundenlang reden, aber unsere Zeit geht so langsam.

00:32:18: Ja und wir müssen ja noch eine Abschlussgeschichte hier klären, unsere Traditionelle.

00:32:24: Du hast schön über Hamm gesprochen und über deinen Weg hierhin.

00:32:27: Am Ende schon?

00:32:28: Ja!

00:32:28: Das fing ja erst komisch an.

00:32:31: Aber du kannst das jetzt alles nochmal gerade biegen, Schennei.

00:32:34: Alles

00:32:35: klar... Die Schlussrunde heißt da ein bisschen was.

00:32:38: Für drei Worte, für drei Begriffe fallen dir ganz spontan ein.

00:32:40: Wenn du an deine neue Heimatstadt haben denkst.

00:32:47: Grün?

00:32:49: Die kulturellen Angebote und die Herzlichkeit.

00:32:56: Das ist schön!

00:32:57: Jetzt hat sie alles gerettet.

00:32:58: Jetzt hat Sie alles gerättet.

00:32:59: Senai... Das nehmen

00:33:00: wir mit.

00:33:02: Jetzt sind wir wieder gut.

00:33:03: Sind wir wieder Freunde.

00:33:05: Und dann sage ich Hosh Chakal?

00:33:07: Richtig

00:33:09: Schenai, was so viel heißt wie auf Wiedersehen?

00:33:11: Richtig.

00:33:11: Und vielen, vielen Dank!

00:33:13: Das war ganz, ganz spannend und danke dass du dich als Lehrerin hier hingesetzt hast und bereit warst diesen Podcast mit uns zu machen.

00:33:19: das ist nicht selbstverständlich das wissen wir als Journalisten haben schon oft genug erlebt also meine ganze Verwandtschaft da wimmels von Lehrern aber da würde sich niemand vor so ein Mikro setzen.

00:33:28: insofern Vielen, vielen dank.

00:33:30: Du

00:33:30: hast uns einen tollen Einblick gegeben, Dankeschön

00:33:32: Sehr gerne!

00:33:33: Danke sehr!

00:33:35: Das musst du mir auch noch mal übersetzen.

00:33:39: Das waren Hammer Stimmen, der Podcast aus unserer Stadt.

00:33:44: Wenn dir die Folge gefallen hat teile sie gern weiter und bleibt dran!

00:33:48: Es warten noch viele spannende Menschen und Geschichten auf dich.

00:33:52: Präsentiert und für den Gaumen abgerundet von Schürmans Genusswelten deinem Experten für exzellente Weine köstliche Spiritosen und besondere Biere.