Hammer Stimmen - Zeit für eine Aussprache

Hammer Stimmen - Zeit für eine Aussprache

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[0:00] Pia: Wenn wir da jetzt den Missbrauchsskandal von der katholischen Kirche betrachten, bringt mich das teilweise vielleicht mehr ins Zweifeln, und dass ich schon auch manchmal Momente habe, dass ich zu Hause sitze und mich frage: Wieso mache ich das hier noch mal?

[0:18] Jingle: Hammer Stimmen. Zeit für eine Aussprache. Die Stadt und ihre Menschen. Was du noch nicht wusstest, deine Ohren aber aufsaugen werden. Präsentiert für den Gaumen, abgerundet von Schürmanns Genusswelten, deinem Experten für exzellente Weine, köstliche Spirituosen und besondere Biere.

[0:39] Simone: 800 Jahre Hamm, 8 Persönlichkeiten, eine neue Folge. Und wieder für euch hier am Start sind Michael Knippenkötter, Lokalchefredakteur des Westfälischen Anzeigers.

[0:50] Michael: Ganz genau. Und an meiner Seite die Frau, die 105,0 Wörter pro Sekunde sprechen kann, Simone Niewerth von der Lippewelle.

[0:59] Simone: Und der Dieter Thomas Heck des Lokalfunks.

[1:02] Michael: Wenn du magst, gerne auch das.

[1:03] Simone: Und wir beiden sind für die heutige Podcast-Aufzeichnung in den Keller gegangen, und zwar in einen Keller im Hammer Süden oder in Hamm-Berge, wo wöchentlich zig Kinder sich tummeln.

[1:19] Michael: So sieht's auch hier aus, wenn ich das mal so beschreiben darf. Wir haben einen Tisch vor uns, der ist auch jetzt nicht ganz neu, hat hier und da schon ein paar Macken. Da drauf steht ein riesiges Fadi-Poli. Fadi-Poli, da hast du schon das Stichwort gesetzt. Es ist nämlich nicht Monopoly, sondern Fadi-Poli, denn unsere Folge dreht sich heute um die Pfadfinder.

[1:41] Simone: Genau, und die treffen sich hier in Berge von der Deutschen Pfadfindergesellschaft St. Georg, DPSG, immer halt hier im Gemeindezentrum im Keller der Elisabethkirche in Berge. Und wir begrüßen die Kuratin Pia Schürmann. Hallo Pia!

[1:56] Michael: Hi, schön, dass du da bist.

[1:59] Simone: Dass wir hier sein dürfen in diesem tollen Ambiente. Wir werden direkt wieder Kind so ein bisschen.

[2:03] Pia: Ja, das stimmt, hier lebt's.

[2:05] Simone: Warst du auch immer hier als Kind? Wie viele Stunden verbringst du hier so, oder wie viele Stunden hast du hier schon verbracht?

[2:10] Pia: Oh, schon seit einigen Jahren. Also ich bin hier schon seit meiner Kindheit, ich bin hier aufgewachsen, habe das Palettensofa hier mitgebaut, auch den Tisch haben wir damals mit selber gestaltet. Also man findet hier viele Spuren meiner Kindheit. Und ich verbringe hier auch tatsächlich viele, viele Stunden.

[2:27] Michael: Ja, du fühlst dich hier wohl?

[2:28] Pia: Ja, sehr.

[2:29] Michael: Ja, es ist so ein bisschen wie so ein Wohnzimmer, muss man sagen.

[2:32] Simone: Du bist ja inzwischen auch, ich weiß gar nicht, du bist Kuratin, ist das die Chefin? Kann man sagen, bist du die Chefin hier?

[2:39] Pia: Ja, nicht ganz. Also es ist schon Teil des Vorstandes, aber ein Teil davon. Genau. Zusammen mit meinem Mitvorstand Carolin Moos leiten wir hier gerade den Stamm der DPSG Hamm-Berge. Eigentlich ist noch ein weiteres Vorstandsamt da, das ist im Moment vakant, und ich bin als Kuratin die geistliche Leitung quasi und bring so ein bisschen die spirituellen Impulse mit da rein und bin aber trotzdem auch ein ganz normaler Teil des Vorstandes.

[3:07] Simone: Die spirituellen Impulse.

[3:08] Michael: Spirituelle Speerspitze der Pfadfinder in Berge. Nein, aber wie kommt man denn dazu? Was hast du da für eine Sonderausbildung durchlaufen?

[3:16] Pia: Ich habe tatsächlich eine Ausbildung zur Kuratin gemacht. Genau, das waren 4 Wochenenden. Das ist eine Ausbildung auch von der DPSG bei uns. Im Diözesanverband Paderborn habe ich das gemacht und genau, habe vorher aber auch schon ein bisschen reingeschnuppert bei meiner Vorgängerin, mir das mal so ein bisschen angeguckt. Was wäre das denn, was ich dann da machen würde? Wie läuft so was ab? Was muss ich denn da alles machen? Und genau, habe mich dann dazu entschieden, das auch zu machen. Und dann wurde ich von der Stammesversammlung gewählt und von dem Diözesankuraten, dem damaligen Beauftragten zur Kuratin.

[3:53] Simone: Ist natürlich alles ehrenamtlich, nicht dass da irgendwie Fragen aufkommen. Alles Ehrenamt und du hast gesagt, von deiner Vorgängerin, ich glaube, das war auch Familie, oder?

[4:01] Pia: Ja, genau, das war meine Cousine.

[4:04] Simone: Das heißt, du bist schon kirchlich vorgeprägt, kann man das so sagen? Ihr seid schon eine recht christliche Familie?

[4:12] Pia: In Teilen, würde ich sagen. Also es gibt Teile bei mir in der Familie, die sind absolut ehrenamtlich aktiv und die findet man auch hier überall in der Pfarrei Sankt Franziskus. Das bleibt nicht aus. Ich habe das ein bisschen im Blut mitbekommen, aber so ganz christlich, vor allen Dingen mein Elternhaus, würde ich jetzt gar nicht mal so bezeichnen.

[4:35] Simone: Ach, aber du dann schon?

[4:39] Pia: Ja, aber auf meine eigene Art und Weise, würde ich sagen.

[4:41] Simone: Warst du denn auch Pfadfinderin von Wölfling an? Wölfling sind die Kleinsten, ne?

[4:46] Pia: Ja, also dadurch, dass meine Cousinen schon auch hier im Stamm waren und das Ganze so mitgestaltet haben, war man dann auch immer schon beim Osterfeuer dabei und bei allen anderen Veranstaltungen, die so frei zugänglich sind. Und meine Cousine hat dann auch schon fast mit Geburt gesagt: So, die setzen wir auch direkt auf die Nachwuchsliste.

[5:06] Michael: Okay, und dann warst du - sag mal schnell, also es gibt Wölfling. Ja, dann wirst du zu einem Jungpfadfinder. Jungpfadfinder, Juffie.

[5:15] Pia: Genau, dann gibt es die Fadis. Fadis. Fadi-Poli, von denen ist auch das Fadi-Poli. Genau. Und dann kommen noch die Rover, das sind die Ältesten.

[5:24] Michael: Okay, aber du bist dem jetzt komplett entwachsen. Oder bist du auch noch ein Rover, obwohl du schon Kuratin bist?

[5:28] Pia: Nee, Rover ist man bis 21, da bin ich schon ein bisschen raus. Genau. Und ist nicht schlimm, wir auch. Genau. Bei den Rovern ist das immer so ein bisschen schwierig, weil sobald es dann irgendwie in Richtung Studium geht, Schule ist vorbei, dann spaltet sich das so ein bisschen auf. Deswegen bin ich auch tatsächlich schon, seit ich 19 bin, am Reinschnuppern ins Vorstandsamt.

[5:50] Michael: Aber wir waren ja auch gerade noch mal beim Thema Glaube und wie sich das so widerspiegelt. Bist du denn jemand, der sonntags, samstags, sonntags dann auch stets in der Kirche zu finden ist? Oder ist das nicht der Fall, weil du ja auch gerade sagtest, dass du das auf deine Art und Weise lebst?

[6:05] Pia: Genau das war damit gemeint. Nein, man findet mich tatsächlich nicht jeden Sonntag in der Kirche und ich war auch keine Messdienerin. Aber ich glaube trotzdem.

[6:14] Simone: Also du bist eine derjenigen, die Glaube und Institution Kirche durchaus so ein bisschen zu trennen weißt. Kann man das so sagen?

[6:21] Pia: Ja, das jetzt nicht unbedingt, weil also ich war auch in der letzten Wahlperiode im Pfarrgemeinderat. Ich engagiere mich auch in weiteren Bereichen in der Kirche und leite da auch mit die Firmenvorbereitung und ja, wirke bei vielen verschiedenen Aktionen da mit, aber bin halt trotzdem einfach nicht jemand, die jede Woche in die Kirche geht, weil bei so vielen Ehrenämtern da dann auch vielleicht nicht ganz so viel Zeit noch bleibt.

[6:52] Simone: Das ist durchaus verständlich als Kuratin. Jetzt muss man ja sagen, die Pfadfinder sind aber an sich eine christliche Kinder- und Jugendgruppe. Das ist vielleicht gar nicht allen so bewusst, die mit Pfadfindern jetzt so wenig Kontakt haben. Für die sind das halt die Leute, die haben diese Kutten an und diese Halstücher um und rennen mit Spaten und Messer in Wald und weiß ich nicht, machen Feuer.

[7:12] Michael: Spaten und Messer im Wald?

[7:16] Simone: Jetzt nicht militant, sondern um, keine Ahnung, Feuerholz zu hacken.

[7:20] Pia: Das stimmt, das ist tatsächlich auch manchmal bei neuen Kindern, die dann dazukommen, oder gerade bei den Eltern so die Frage: Wann geht's in den Wald? Ja, kann sein, dass wir das mal in der nächsten Gruppenstunde - eigentlich sind wir eher hier. Also schon so, dass wir auch viel draußen sind. Und bei uns ist immer die Grundregel: Bitte zieht eure wetterpassenden Klamotten an, bringt eine Flasche Wasser mit und auf geht's! Weil es auch immer mal sein kann, dass wir uns vielleicht vom Gelände runter bewegen. Aber sobald es nicht regnet, sind wir eigentlich immer draußen.

[7:52] Michael: Das ist cool. Das gefällt mir gut.

[7:54] Pia: Oder?

[7:54] Michael: Gute Einstellung.

[7:55] Simone: Du warst früher auch Gruppenleiter von einer normalen kirchlichen Jugendgruppe. Jetzt nicht Pfadfinder, sondern -

[8:02] Michael: Das ist schon normal in Niedersachsen.

[8:03] Simone: Das ist schon normal von einer kirchlichen Jugendgruppe. Ja, tatsächlich. Kann man das abgrenzen? Was ist der Unterschied zwischen Pfadfinder und einer kirchlichen Jugendgruppe? Jetzt an dich, Pia, du müsstest es - Was eine kirchliche Jugendgruppe ist, das weiß der Michael.

[8:19] Pia: Ja, ich weiß, was Pfadfinder sind.

[8:20] Michael: Ja, dann müssen wir uns jetzt mal auf der Hälfte treffen. Also bei mir war es tatsächlich so, das ging ab dem Kommunionaltar los, dass man dann in Gruppenstunden sich einmal die Woche für ein Stündchen oder zwei getroffen hat. Da haben wir verschiedene Spiele gemacht. Entweder bei Regen waren wir drin und wir waren draußen, auch nicht nur im Wald. Genau wie ihr auch. Ganz normal Sachen gemacht, Fußball gespielt, irgendwie, weiß ich nicht, rumgetobt schlichtweg. Und dann irgendwann ging das über, und das war das absolute Highlight, einmal im Jahr 2 Wochen Zeltlager, was ich dann als Teilnehmer ganz lange mitgenommen habe, und dann auch als Gruppenleiter viele Jahre, auch in der leitenden Funktion, auch wirklich großes, großes Ding. Also wir hatten 110 Kinder, waren 40 Gruppenleiter, haben auch Zelte aufgebaut, haben uns in so einem Hang niedergelassen, den wir dann nach 2 Wochen wieder so hinterlassen mussten, wie wir ihn vorher aufgefunden haben. Also sprich, jetzt nicht die Chips-Tüten ins Gebüsch schmeißen, sondern richtig, so wie sich das gehört. Kann man sich das bei euch auch so vorstellen?

[9:26] Pia: Ja, tatsächlich schon. Also wir starten ungefähr ab 7, 8 Jahren. Wir sagen bei uns immer so ab der zweiten Klasse und haben bei uns im Stamm einmal im Jahr das Pfingstlager. Und bei uns im Stamm gibt es jetzt kein so großes Sommerlager, wie du das jetzt erlebt hast. Manche Gruppen machen mal alleine irgendwie ein Sommerlager, nur in ihrer Altersgruppe. Also wir sind halt wirklich unterteilt in diese einzelnen Altersgruppen. Im Pfingstlager kommen wir aber alle zusammen. Oder zum Beispiel letztes Jahr war ein großes Diözesanlager, wo ganz viele Pfadfinder*innen aus der Diözese Paderborn zusammengekommen sind. Sowas nehmen wir dann auch gerne mal mit. Aber der Ehrenamtsmangel trifft uns leider auch und ich glaube, für 2 Wochen Sommerlager hätten wir nicht diese 40 Leitenden, die ihr damals hattet.

[10:20] Simone: Die gibt es bei euch wahrscheinlich auch nicht mehr in Zukunft.

[10:22] Michael: Ja, wie gesagt, es gab es ja damals, es ist leider vorbei tatsächlich. Irgendwann war dann der Punkt, wo die Zeiten sich geändert hatten und dann eben diese Ehrenamtler nicht mehr da waren.

[10:31] Simone: Aber sind denn die Kinder noch da? Ich weiß, als meine Kinder, die waren auch beide hier, haben hier auch auf diesem Palettensofa vielleicht schon.

[10:39] Pia: Bestimmt auch den Tisch mitgenommen.

[10:39] Simone: Bestimmt auch den Tisch mitgenommen. Genau, genau. Muss ich gleich mal gucken, ob da irgendwo unterschrieben wurde. Da weiß ich, da gab es eine Warteliste. Du hast gesagt, so ab zweite Klasse, und ich weiß noch, dass im Kindergarten ging schon irgendwann rum: Ja, ihr müsst euch so langsam anmelden, damit das dann irgendwann in der Grundschule auch klappt, dass sie dann Platz kriegen. Wie sieht das denn da aus?

[10:59] Pia: Leider im Moment bei den Wölflingen wieder so, also ich sage bewusst wieder, weil das gerade nach Corona nicht so war. Ich habe aktiv mit dem Leiten erst so während, nach Corona angefangen. Und da hatten wir tatsächlich Zeiten, wo wir den Wölflingen noch mitgegeben haben, also ich leite selber die Wölflinge, bitte sprecht eure Klassenkamerad:innen an, sagt Bescheid, wir brauchen unbedingt mehr Kinder, damit wir hier coole Spiele spielen können in der Gruppenstunde. Und ja, mittlerweile ist das so, dass gerade auch die Wölflinge wieder total überrannt sind. Also wir haben eigentlich eine Grenze im Moment, 20 Gruppenkinder auf und wir sind 4 Leitungspersonen. Da sind wir schon einen Tacken hochgegangen, dass wir jetzt schon ein paar mehr Kinder aufgenommen haben, mit dann auch Elternunterstützung dabei. Aber die Warteliste ist trotzdem lang und ich muss fast wöchentlich E-Mails verschicken: Tut mir leid, leider ist keine Schnupperstunde möglich. Da muss ich vertrösten.

[12:01] Simone: Das spricht natürlich für euch. Ihr habt offensichtlich einen guten Ruf und leistet hier tolle Arbeit, aber du hast es gesagt, die Ehrenamtler wachsen nicht auf Bäumen und spätestens wenn die dann irgendwann erwachsen sind und haben unser schönes Hamm eventuell doch auch mal verlassen fürs Studium oder Beruf, wie auch immer, dann sieht's mau aus.

[12:23] Pia: Ja.

[12:24] Michael: Wie integrierst du das denn in deinen Alltag? Also du hast ja schon gesagt, dass du häufiger hier bist, dass du dann wahrscheinlich mit Vor- und Nachbereitung von solchen Gruppen ja auch beschäftigt bist. Was machst du sonst so?

[12:35] Pia: Ich arbeite zum Glück viel im Homeoffice und habe dann mir so dadurch die lange Fahrtzeit erspart, dass ich da schon mal einen Tacken mehr Zeit habe. Aber im Moment haben wir tatsächlich die meisten Gruppenstunden auf dem Montag. Das heißt, wenn ich dann mal auch irgendwie bei einer Gruppenstunde aushelfe oder so, ist noch nicht ein weiterer Wochentag blockiert. Und ja, die Vor- und Nachbereitung findet dann ja relativ zeitnah vor der Gruppenstunde statt, dass man sich da einmal irgendwie zusammensetzt oder vorab schon mal sich mit dem Leitungsteam trifft und fast einen Jahresplan versucht zu erstellen, was dann immer schwierig ist, weil so weit im Voraus kann man ja auch nicht planen. Ist alles ein bisschen schwierig, das unterzukriegen. Und an sich, die WhatsApp-Nachrichten, die trudeln immer so ein. Also es ist ein 24/7-Job, obwohl es Ehrenamt ist.

[13:29] Simone: Du hast vorhin gesprochen, dass ihr letztes Jahr ein Diözesanverbandlager hattet. Da ist mir in den Kopf geschossen, es gibt auch, ich glaube, alle 4 Jahre dieses Jamboree. Also es gibt ja Pfadfinder auf der ganzen Welt. Ich habe tatsächlich mal gegoogelt, es gibt nur 5 Länder, wo es keine Pfadfinder gibt oder gab, und zwar Andorra.

[13:50] Pia: Weißt du das? Nö, aber ich dachte jetzt, du guckst so.

[13:54] Simone: Andorra, China, Kuba, Laos und Nordkorea. Das sind die einzigen Länder, wo es keine Pfadfinder gibt, wenn ich irre. Ansonsten 300 Millionen Menschen weltweit. Aber ich wollte auf das Jamboree kommen. Das ist in diesem Vierjahresturnus, glaube ich, irgendwo auf der Welt ein Riesenlager mit tausenden Pfadfindern.

[14:13] Pia: Ja, und auch ganz vielen Freiwilligen. Ja, genau. Das hat beim letzten Mal in Südkorea stattgefunden. Da ist auch eine Person bei uns aus dem Stamm da mitgefahren und konnte das mitnehmen, das wunderbare Erlebnis. Und nächstes Mal ist das in Polen, also gar nicht so weit weg.

[14:30] Simone: Okay.

[14:31] Pia: Und da fahren tatsächlich ein paar mehr Kinder von uns aus dem Stamm mit. Die haben sich auch schon zusammengetan mit den Pfadfindern aus dem Stamm am Süden und haben dann eine Unit gegründet, mit denen die dann da unterwegs sind und jetzt schon fleißig Geld auch dafür sammeln. Weil auch wenn man jetzt sagt, ach Polen, das ist ja gar nicht so weit weg, ist es dadurch nicht günstiger. Also das ist eine Veranstaltung, die sagen, wir möchten, dass so viele Jugendliche wie möglich mitkommen können. Und dann verteilen wir die Kosten nicht nach Anfahrt, sondern je nachdem, wie sich die Länder das auch leisten können. Deswegen zahlen unsere Teilnehmenden trotzdem einen sehr hohen Betrag, um da hinfahren zu können, damit andere Länder vielleicht ein bisschen weniger zahlen können, um teilnehmen zu können.

[15:14] Simone: Die rüberfliegen müssen dann zum Beispiel. Also wirklich solidarisch aufgeteilt, eigentlich wieder nach Pfadfindersitte.

[15:19] Pia: Ja.

[15:20] Simone: Hast du auch mal teilgenommen an so einem Jamboree?

[15:22] Pia: Nee, leider nicht.

[15:23] Simone: Ah.

[15:23] Pia: Als ich in dem passenden Alter war. Kann das quasi machen, wenn man Fadi ist, war das viel zu weit weg. Da hätte ich nicht hinfliegen können.

[15:31] Simone: Okay, halt dann auch aus geldlichen, finanziellen Gründen, oder?

[15:35] Pia: Ich war auch ein Heimwehkind.

[15:37] Simone: Das ist ja noch mal eine ganz andere Nummer.

[15:40] Pia: Dann vielleicht schon nicht mehr, aber das wäre mir viel zu weit weg von zu Hause gewesen.

[15:46] Simone: Müsst ihr euch als Betreuer wahrscheinlich auch mit befassen. Ich denke mal, dadurch, dass ihr ab 2. Klasse schon mitnehmt, die dann auch im Pfingstlager sind, habt ihr vermutlich alle Jahre wieder Kinder dabei, für die das das erste Mal ohne Mama und Papa ist. Werdet ihr darauf vorbereitet oder bereitet ihr euch darauf vor als Leiter?

[16:06] Pia: Ja, so ein bisschen. Also man kriegt das ja eh immer schon mal mit, wie so damit umgegangen wird. Wir sind auch alle auf verschiedene Arten und Weisen ausgebildet. Also es gibt bei uns bei den Pfadfindern eine sogenannte Modulausbildung, wo man in verschiedenen Bausteinen verschiedenste Dinge lernt. Und da gibt es auch immer mal einen Austausch, wo man sich drüber unterhalten kann, wie geht man mit Heimwehkindern um? Gerade tatsächlich im Rahmen von Präventionsschulungen wird das oft auch thematisiert, weil man ja natürlich nicht alles darf. Also gerade im Bereich Trösten ist es dann schwierig, da so die Balance zu finden. Was darf ich jetzt machen? Was, also wie kann ich am besten dieses Kind trösten, ohne die Grenzen zu überschreiten?

[16:48] Simone: Das sind ja heute zum Teil Sachen, die waren, als wir Kinder waren, noch völlig selbstverständlich, dass eine Erzieherin, ich sag mal, oder eine Betreuerin oder auch ein männlicher Betreuer ein Kind, was weint, warum auch immer, Heimweh oder weil es hingefallen ist, auf den Schoß nimmt und tröstet und vielleicht übers Haar streicht oder feste drückt oder so. Das sind heute alles Sachen, wo man zusammenzuckt. Was macht das mit einem, wenn man selber so viel ehrenamtlich, so viel Zeit reinsteckt und dann irgendwie ja schon auch so ein bisschen gebremst wird, oder wie empfindest du das?

[17:24] Pia: Ja, gebremst nicht. Also wir haben das ja jetzt auch im Rahmen von der Aufarbeitungsstudie tatsächlich noch mal bewusst gemacht, bzw. uns ja bewusst werden lassen, dass das einfach in den letzten Jahren nicht so gelaufen ist, wie es hätte laufen sollen. Und das hat man jetzt auch immer im Hinterkopf, und das hatte man auch vorher schon im Hinterkopf, dass man da die Grenzen von den Kindern und Jugendlichen, aber auch von den Mitleidenden irgendwie beachten muss und nicht überschreitet. Und im besten Fall hat man das einfach immer im Hinterkopf und kann danach handeln.

[18:03] Michael: Ja, diese Studie, die du ansprichst, also die interne Aufarbeitung, so muss man es ja festhalten, ich habe mir das mal notiert, listet auf, dass es 344 Betroffene sexualisierter Gewalt gibt und 161 mutmaßliche Täter. Und das Ganze im Zeitraum von 1973 bis 2024. Das ist veröffentlicht worden. Lass es ein paar Monate her sein, noch nicht allzu lange. Wie wird das diskutiert hier bei euch in dem Stamm, in dem Bereich hier bei euch in Hamm?

[18:37] Pia: Ja, also bei uns in der Leiterrunde ganz viel. Also es ist viel auch Thema. Wir arbeiten auch an einem Schutzkonzept, um ja gut aufgestellt zu sein, haben das auch in den älteren Gruppen auf jeden Fall thematisiert, diese Studie, und ja, sind da in gute Gespräche gegangen. Es gab auch, also tatsächlich hat uns der Dachverband, der Bundesvorstand, da ganz viel Material zur Verfügung gestellt. Die nehmen uns da gut an die Hand, haben auch im Vorfeld schon uns Elternbriefe geschickt, die wir dann weiterleiten konnten, damit die Eltern auch Bescheid wissen. Und da kam gar nicht so ein großes Feedback tatsächlich auf uns zu.

[19:17] Michael: Als das öffentlich wurde, denkt man da darüber nach, über die eine oder andere Situation, die einem vielleicht begegnet ist, widerfahren ist, und rückt die plötzlich in ein anderes Licht?

[19:27] Pia: Ja, auf jeden Fall. Ja, also ich habe mir die Pressekonferenz damals angeguckt. Ich war auch zutiefst schockiert. Also natürlich ist einem das irgendwo bewusst. Aber auch nicht so richtig. Also man denkt dann jetzt schon mal mehrfach über Situationen nach, die passiert sind oder auch die passieren könnten. Ja.

[19:49] Michael: Würdest du sagen, du bist vorbereitet, wenn du auf eine längere Freizeit gehst und Dinge beobachtest, die du in diese Richtung rücken würdest in dem Moment? Würdest du sagen, du bist darauf vorbereitet, wie du reagieren solltest?

[20:05] Pia: Ja, schon. Also das haben wir immer schon hier in unserem Verband mit an die Hand bekommen, wie wir in solchen Situationen reagieren. Wir besuchen Präventionsschulungen und tauschen uns da auch untereinander immer wieder aus. Deswegen glaube ich schon, dass ich da ganz gut aufgestellt bin und auch mein Leitungsteam da gut aufgestellt ist. Aber natürlich ist es trotzdem, wenn man dann in der Situation ist, immer schwierig.

[20:31] Michael: Ich habe das für mich auch überlegt in dieser Rückschau. Ich habe ja eben erzählt, wir waren ja auch jahrelang jeden Sommer weg und wir hatten auch unsere Themen. Natürlich, da ist mal ein Kind in dem Dorf angefahren worden. Es war vielleicht mal eine Alkoholeskapade da, dass da zwei 14-Jährige sich an einer Dose Bier versucht haben oder so was. Dann die Streitigkeiten, die mal öfter aufkommen, wo wir schon immer dachten: Müssen wir die nächste Eskalationsstufe zünden und vielleicht mal einen Elternteil anrufen? Das war so unsere Themen, sage ich jetzt mal. Wenn ich jetzt im Nachhinein drüber nachdenke: Meine Güte, wenn du so was auf dem Tisch hast, was ja auch in den Zeiten der Aufarbeitung, in denen wir uns zum Glück jetzt befinden, wenn das mal aufploppt, wenn das aufgeploppt wäre, was hätten wir gemacht? Wie hätten wir reagiert? Ich muss sagen, ich finde das wahnsinnig schwer. Es ist ein ganz, ganz dickes Brett, was man da bohren muss, oder?

[21:20] Pia: Ja, auf jeden Fall. Also da liegt noch viel Arbeit vor uns, die wir aber auch gerne angehen. Also wir möchten das ernst nehmen und wir möchten da vor allen Dingen für die Opfer auch irgendwie da sein. Das nicht irgendwie kleinreden, was da passiert ist, sondern jeden einzelnen Fall, egal wie groß oder klein, ernst nehmen und ja, da möglichst richtig handeln.

[21:43] Simone: Aber du hast gesagt, von Elternseite kam jetzt gar nicht der große - will jetzt nicht sagen Aufschrei, aber viele Nachfragen oder so, dass die sich bei dir oder bei den Gruppenleitern gemeldet hätten, so: Was ist denn da los bei den Pfadfindern generell? Also du hattest nicht so das Gefühl, ihr werdet jetzt in Sippenhaft genommen?

[21:59] Pia: Nee, das tatsächlich zum Glück nicht.

[22:01] Simone: Gott sei Dank.

[22:02] Pia: Ja, ich hoffe, dass da einfach das Vertrauen da ist, dass sie oft genug auch die Möglichkeit haben, als Elternteil bei uns mit teilzusein, sei es jetzt einfach nur beim Aufbau, Abbau vom Osterfeuer oder generell irgendwie beim Mithelfen, beim Bringen, Abholen von Gruppenstunden, dass sie da mitkriegen, was Pfadfinder sein bedeutet und da dann draußen Vertrauen schöpfen, dass ihre Kinder bei uns in guten Händen sind.

[22:29] Simone: Und dass es auch nicht so ist, dass ich gebe mein Kind da ab an der Pforte, so war das ja früher häufig auch im Sportverein, am besten die Mutter bleibt noch im Auto sitzen, das Kind geht alleine, kommt irgendwann wieder und benimmt sich komisch und so, sondern hier werden die Eltern aktiv mit eingebunden. Habt ihr auch eine Art Elternbeirat oder Elternvertretung?

[22:52] Pia: Genau, eine Elternvertretung.

[22:53] Simone: Elternvertretung, so genau. Ja, das ist durchaus gewollt und erwünscht.

[22:57] Pia: Auf jeden Fall.

[22:58] Michael: Ja, das ist schön. Das ist wie eine große Gemeinschaft und das soll ja am Ende auch so sein. Wenn man das christliche Dach darüber sieht, dann ist es ja glaube ich so, dass alle mit einbezogen werden sollen.

[23:07] Pia: Ja, absolut. Und wo wir auch am Anfang noch beim Thema, dass wir ja zur katholischen Kirche gehören als Pfadfinder, waren. Das ist uns aber im Stammesleben total egal. Also wir haben nicht nur katholische Mitglieder bei uns, also auch nicht nur katholische und evangelische Mitglieder. Wir haben auch nichtchristliche Mitglieder, sei es jetzt Atheisten oder andere Religionen. Bei uns sind alle willkommen.

[23:34] Simone: Also darum geht es gar nicht.

[23:36] Michael: Alle, die gerne in den Wald gehen.

[23:40] Simone: Oder draußen Fangenspiel.

[23:41] Michael: Ja, genau.

[23:42] Simone: Missbrauchsskandal, um das abzuschließen. Hat das mit deinem Glauben was gemacht, mit deinem Verhältnis zur Kirche ganz persönlich, dass du irgendwann gesagt hast, es reicht jetzt langsam?

[23:53] Pia: Wenn wir da jetzt den Missbrauchsskandal von der katholischen Kirche betrachten, bringt mich das teilweise vielleicht mehr ins Zweifeln. Und dass ich schon auch manchmal Momente habe, dass ich zu Hause sitze und mich frage, wieso mache ich das hier noch mal? Aber wenn ich dann spätestens bei den Gruppenstunden sehe, was für mich auch trotz dessen, dass hier nicht alle christlich sind, ist das für mich im Stammesalltag gelebte Kirche, und dann weiß ich wieder, warum ich es mache.

[24:27] Simone: Das muss man vielleicht auch mal sagen. Wir haben ganz zu Anfang die Kluften angesprochen und diese Tücher und so. Das ist für die Kinder jetzt, ob Kluft oder nicht, aber schon was ganz Besonderes, dieser Schwur, der da auch geleistet wird, oder das Versprechen, was damit auch zusammenhängt, ne? Das ist ja richtig Gemeinschaft. Ich war nie Pfadfinderin, ich habe das von meinen Kindern immer nur erzählt bekommen, deswegen kann ich es leider nicht zitieren, aber ich weiß, dass sie das zutiefst beeindruckt hat und diese Halstücher für die immer ganz, ganz wertvoll waren und noch sind.

[24:55] Pia: Ja, das ist immer ein ganz andächtiger Moment. Genau, im Moment verleihen wir die Halstücher auch auf ganz unterschiedliche Art und Weisen. Also oft ist es im Pfingstlager, manchmal in der kleinen Gruppe, wo sie gerade zugehören, dass sie das da bekommen das Halstuch. Manchmal bekommen sie das aber auch in der ganz großen Gruppe, wenn alle aus dem Stamm anwesend sind. Und das ist immer ein magischer Moment tatsächlich, wenn dann die Kinderaugen dich anstrahlen und du denen das Halstuch mit dem Freundschaftsknoten umhängen darfst.

[25:27] Simone: Genau, Freundschaft und Zusammenhalt und Solidarität und auch die Schwächeren mitnehmen. Das sind so ganz wichtige Werte auch, glaube ich, die auch in jeder Gruppenstunde eine Rolle spielen.

[25:37] Pia: Ja, auf jeden Fall.

[25:38] Michael: Ja, das ist schön. Das hast du schön gesagt. Doch du hast das ja alles durchlebt, von Wölfling über Juffie, Fadi, Rover. Ja, so bis hierhin. Das heißt, du bist in Hamm geboren, aufgewachsen und hast es bis hierhin schon immer in Hamm sozusagen geschafft. Was macht Hamm für dich aus?

[26:03] Pia: Was macht Hamm für mich aus? Also ich werde hier vor allen Dingen ganz viel unterstützt, egal von welcher Seite das jetzt ist, sei es meine Familie, mein Freundeskreis, mein Umfeld, aber auch schon in der Schule. Wenn ich daran denke, ich bin zum Eisenkamp gegangen, wie viele Fahrten ich da mitmachen durfte, weil ich auch die familiäre Unterstützung habe und mir da auch die Möglichkeiten gegeben wurden, solche Fahrten mitzumachen. Wie viel ich da schon von der Welt sehen konnte. Und ja, von England über Amerika bis Spanien war alles mit dabei. Dann ja, auch bei den Pfadfindern werde ich auch total unterstützt und habe hier meine Pfadfinderfamilie, die mich auch aufhängt, wenn mal irgendwie was sein sollte. Und wir Pfadfinder wiederum werden aber auch von der Stadt Hamm unterstützt, und sei es durch Fördergelder.

[27:17] Simone: Das ist auch immer wichtig.

[27:19] Pia: Ja, da haben wir wirklich festgestellt, was wir in Hamm hier für ein Glück haben. Also man kriegt das ja von den anderen mit. Das läuft nicht in allen Städten so. Da haben wir hier gute Möglichkeiten, dass auch möglichst alle Kinder dann mit ins Zeltlager kommen.

[27:33] Michael: Aber das auch seit jeher? Oder ist das jetzt kürzlich? War Mark Hertha mal ein Wölfling? Oder wie muss man sich das erklären? Also schon länger so wahrscheinlich?

[27:42] Pia: Ja, wir haben es vor allen Dingen in Anspruch genommen jetzt seit der letzten Wahlperiode. Da waren die Jugendförderungen sehr, sehr gut und auch jetzt in der aktuellen Wahlperiode wurden wieder gute Möglichkeiten geschaffen, dass wir da in der Jugendarbeit unterstützt werden und Dinge machen können.

[28:00] Simone: Das klingt jetzt so, um da mal den positiven Dreh zu kriegen, wir haben ja zu Anfang gesagt, euch fehlen die Ehrenamtler und die gehen dann zum Studieren weg und ihr könntet noch viel mehr aufnehmen. Du kannst doch jetzt vielleicht mal die Chance ergreifen und richtig Werbung machen. Werde - oh ja, da leuchten die Augen. Wie bei den Kindern, wenn die ihr Halstuch umknüpfen. Es ist doch einfach auch schön. Man hat das gerade richtig gehört, dass du gesagt hast, es gibt dir ja auch viel. Also natürlich gebt ihr viel Zeit und Geduld und alles, was dazugehört, aber ihr bekommt auch viel von den Kindern zurück, ne?

[28:52] Pia: Total. Also gerade bei den Pfadfindern kann man sich wunderbar als ehrenamtliche Leitungsperson selbst verwirklichen, weil man hat immer einmal die Woche die Gruppenstunde von anderthalb Stunden und ist da mit seinem Leitungsteam völlig frei in der Gestaltung. Wir haben zwar von Stufe zu Stufe Stufenphilosophien, die einen so ein bisschen in Richtung leiten sollen, was man, also wie man mit den Kindern umgeht, wie man sie einbringt und wie man aber als Leitungsperson, wie viel man da gestalten soll. Aber man hat einen totalen Freiraum und man hat immer wieder auch Jugendgruppen dabei, die total engagiert sind und Bock haben, Dinge mit einem zu erleben und Projekte zu starten.

[29:37] Simone: Ja, das macht einfach total viel Spaß und man lernt unfassbar viele Spiele, Kartenspiele, Gemeinschaftsspiele. Also meine Tochter ist der Spiele-Fredi schlechthin jetzt im Studium. Die hat immer ein Kartenspiel am Start. Ich glaube, da seid ihr nicht ganz unschuldig.

[29:52] Pia: Das ist sehr gut möglich, tatsächlich. Und man lernt auch viele Menschen kennen. Also das ist auch immer total toll, wenn man auf irgendwelche Veranstaltungen kommt oder teilweise im Urlaub einfach durch die Stadt läuft und dann sind da Pfadfinder mit Halstuch. Man weiß immer genau, ach, das sind nette Menschen, weil wir alle diese, ja, die gleiche Philosophie quasi haben, irgendwo gleichgesinnt sind. Wir stehen für Toleranz, für Vielfalt und sind weltoffen. Und man kann immer auf diese Menschen zugehen und wird direkt angestrahlt. Ach cool, du bist auch Pfadfinder? Ja, mega. Und ja, das ist immer ganz toll.

[30:30] Michael: Wo willst du denn noch hin? Also du bist jetzt Kuratin, und was sind deine Ziele, was sind deine Wünsche für die Zukunft jetzt innerhalb dieser Pfadfinderschaft?

[30:02] Pia: So ein bisschen das Ganze noch weiter wieder aufzubauen, dass wir wirklich noch mal wieder mehr Ehrenamtliche dazu kriegen, dass wir vielleicht dann auch wieder zwei Wölflingsgruppen aufmachen können und somit auch wieder mehr Kinder aufnehmen können, dass wir den Kindern und Jugendlichen auch coole Aktionen bieten können außer das, was in unserem Jahresplan eh immer steht, wie Pfingstlager, Stammesversammlung, Stufenwechsel, sondern auch irgendwelche anderen schönen Aktionstage wie Osterfeuer und Friedenslicht zum Beispiel. Genau, und das irgendwie noch mal wieder weiter zu etablieren, und zwar so, dass es allen Kindern und Jugendlichen und auch den Leitenden dabei gut geht.

[31:00] Michael: Das hast du schön gesagt. Gibt es eigentlich eine Altersobergrenze? Musst du irgendwann mal aussteigen als Leiterin?

[31:09] Simone: Nein, das geht bis 99, wie es auf den Spielen steht. Solange du noch hier dich auf das Palettensofa schleppen kannst und die Treppen in den Keller schaffst.

[31:14] Pia: Irgendwann kann man auch passives Mitglied werden.

[31:17] Simone: Da hast du aber noch ein bisschen Zeit, möchte ich meinen, liebe Pia.

[31:19] Pia: Das denke ich auch.

[31:21] Simone: Wir haben uns auf jeden Fall sehr, sehr wohl gefühlt hier, oder?

[31:23] Michael: Ja, absolut.

[31:24] Simone: Kam mir vor so ein bisschen wie in so einer Gruppenstunde.

[31:26] Pia: Wie früher.

[31:27] Michael: Ja. Das war sehr schön. Und wir haben noch eine Abschlussfrage, wie immer.

[31:31] Simone: So ein ganz kleines bisschen hast du das ja gerade schon anklingen lassen. Ich habe versucht, das schon in 3 Worte zu fassen, denn jeden unserer Gäste stellen wir am Ende die Frage: Welche 3 Worte würdest du mit Hamm verbinden?

[31:47] Pia: Das ist schwierig. Natur, Gemeinschaft, Miteinander.

[31:59] Simone: Das klingt schön. Wenn man so eine Stadt beschreibt, glaube ich, kann es in Hamm nicht so schlecht sein.

[32:03] Michael: Können wir stolz sein auf unsere Heimat.

[32:06] Simone: Pia Schürmann, Kuratin der DPSG Hamm-Berge. Das war ganz schön mit dir. Dankeschön.

[32:10] Pia: Dankeschön.

[32:11] Michael: Danke sehr.

[32:13] Jingle: Das waren Hammerstimmen, der Podcast aus unserer Stadt. Wenn dir die Folge gefallen hat, teile sie gern weiter und bleib dran. Es warten noch viele spannende Menschen und Geschichten auf dich. Präsentiert und für den Gaumen abgerundet von Schürmanns Genusswelten, deinem Experten für exzellente Weine, köstliche Spirituosen und besondere Biere.

Transkript erstellt mit Audrey Audio | Hammer Stimmen - 800 Jahre Hamm