Hammer Stimmen - Transkript
Gäste: Mats & Luzi Pannewig (finale Version)
Dauer: 37:32 | Aufnahmedatum: 21.05.2026
Sprecher:- Simone = Simone Niewerth (Lippewelle)- Michael = Michael Knippenkötter (Lokalchef Westfälischer Anzeiger)- Mats = Mats Pannewig (Gast)- Luzi = Luzi Pannewig (Gast)- Uwe Rösler = O-Ton (Trainer VfL Bochum)- Jingle = Off-Sprecher / Intro & Outro
[0:00] Mats: Bei uns gab es in der Kindheit meistens Wanderurlaube und nicht Strandurlaube. Da merkt man schon den sportlichen Aspekt. In Österreich zum Beispiel im Sommer haben wir nicht so oft Strandurlaub gemacht, muss ich sagen. Erst seit ich nicht mehr mitfahre.
[0:18] Jingle: Hammer Stimmen. Zeit für eine Aussprache. Die Stadt und ihre Menschen. Was du noch nicht wusstest, deine Ohren aber aufsaugen werden. Präsentiert für den Gaumen, abgerundet von Schürmanns Genusswelten. Deinem Experten für exzellente Weine, köstliche Spirituosen und besondere Biere.
[0:39] Simone: 800 Jahre Hamm, 8 Persönlichkeiten wollen wir euch gerne vorstellen, beziehungsweise wir sind ja schon mittendrin statt nur dabei. Und wir, das sind Michael Knippenkötter, seines Zeichens Chef der Lokalredaktion des Westfälischen Anzeigers.
[0:53] Michael: So ist es, schönen guten Tag. Und an meiner Seite die Frau, die alle Hits der 80er, der 90er, der 2000er und von heute auch noch auswendig kennt: Simone Niewerth von der Lippewelle.
[1:04] Simone: Irgendwann denke ich mir zu dir auch nochmal so einen tollen Spruch aus, aber noch bin ich nicht so weit. Wir sitzen hier heute bei Familie Pannewig in Hamm und Familie Pannewig, das sagt den Älteren, würde ich mich jetzt mal dazuzählen, sagt das noch was in Sachen Faustball. Nils und Ina Pannewig waren ihres Zeichens sehr, sehr erfolgreiche Faustballer, so Ende der 90er, um die 2000er Jahre. Es geht aber heute gar nicht um die beiden, sondern um ihre Kinder, und zwar den Sohn Mats und die Tochter Luzi. Hallo ihr beiden.
[1:35] Luzi: Hallo.
[1:36] Mats: Hi. Danke, dass wir hier sein dürfen.
[1:38] Simone: Ja, danke, dass wir hier sein dürfen, dass ihr uns ertragt. Den Mats kennen die Fußballfans vor allen Dingen. Also dir war er auch natürlich sofort ein Begriff.
[1:49] Michael: Selbstverständlich. Zweite Bundesliga, VfL Bochum. Traditionsverein, jetzt so ziemlich gut dabei wieder in der 2. Liga. Sah ja zwischendurch mal nicht so gut aus. Und einer der Leistungsträger kommt aus Hamm. Das ist stark, Mats.
[2:03] Mats: Ja, genau. Mit dem VfL Bochum gerade in der 2. Liga, ja, wie schon gesagt, also am Anfang war es schwer. Aber auch unter dem neuen Trainer Uwe Rösler habe ich mich dann auch gut in den Vordergrund gespielt und haben wir alle auch wieder in die Bahn gefunden.
[2:18] Simone: Das ist erst mal gut. Und die Luzi, ist auch quasi ganz Kind ihrer Eltern, ganz, ganz sportlich, nur halt in einem ganz, ganz anderen Bereich, der so ein bisschen unterm Radar läuft. Also insofern bist du eigentlich mehr Kind deiner Eltern, weil Faustball war ja jetzt auch nicht so populär wie Fußball. Du bist aber ganz woanders unterwegs, und zwar in der Sportakrobatik. Ja, genau.
[2:40] Luzi: Sportakrobatik ist so ein bisschen eine Mischung aus Cheerleading und Turnen. Also wir machen das zu zweit oder zu dritt und dann Saltos, aber auch so Handstände und Pyramiden. Ist aber keine olympische Sportart und deswegen auch einfach noch nicht so bekannt, würde ich sagen.
[2:56] Simone: Das wäre genau meine nächste Frage gewesen. Wenn du dir schon so eine Randsportart aussuchst, warum denn nicht was, wo man mal zur Olympia kann?
[3:02] Luzi: Ja, weiß ich nicht. Früher hat mir das glaube ich einfach Spaß gemacht und dann hat man gemerkt, da ist schon Talent da. Und dann würde ich sagen, habe ich das einfach weitergemacht und da gab es auch nie eine Frage, ob was anderes vielleicht besser wäre.
[3:15] Simone: Wie bist du überhaupt dazu gekommen? Ich könnte mir vorstellen, deine Eltern haben dich ständig zu Faustballplätzen und in die Halle mitgeschleppt?
[3:21] Luzi: Auf jeden Fall auch mal Faustball ausprobiert, bin aber mit dem Ball nicht so talentiert, muss ich sagen. Ja, und ich glaube, aus Zufall hat Mama dann mal so ein Plakat gesehen, und dann habe ich das ausprobiert, und das war ganz cool.
[3:34] Michael: Ich dachte schon, du hättest irgendwie so am Rande des Platzes ein Rad geschlagen, weil dir so langweilig war, und dann wurde irgendwie dein Talent entdeckt. Hey, die kann was anderes ganz gut.
[3:44] Luzi: Ja, also ich glaube, geturnt habe ich schon von Anfang an auch, ja.
[3:48] Michael: Weil ich habe, als du das gerade so vorgetragen hast, habe ich wieder so ein bisschen Gänsehaut bekommen. Was ist denn mit dem Faktor Angst dabei? Also wie man sich da so durch die Luft schleudert und wie man hier und da landet, war das nie ein Punkt?
[3:59] Luzi: Doch, auf jeden Fall. Also ich denke, man ist schon immer so ein bisschen Angst dabei, aber vor allem so Respekt. Also zu viel Angst darf man nicht haben, aber so ein bisschen Respekt ist schon auch gut, damit man immer mit voller Konzentration dabei ist und dann nichts schiefgeht. Aber ich denke, da ist auch Vertrauen ein großer Punkt. Und auch so viel Zeit, wie wir dann miteinander verbracht haben, man schon großes Vertrauen dann ineinander.
[4:21] Michael: Ja, gab's denn trotzdem mal schwere Verletzungen oder irgendwas?
[4:23] Luzi: Ja, ich habe mir mal mein Bein gebrochen, tatsächlich, als ich 12 war oder so, glaube ich.
[4:28] Michael: Es dürfte verheilt sein jetzt.
[4:29] Luzi: Ist verheilt, hatte ich nie wieder Probleme damit.
[4:32] Simone: Hast du auch mal Angst um deine Schwester gehabt? Du wirst mal zugeguckt haben, nehme ich an.
[4:35] Mats: Ja, ist mir direkt aufgefallen, weil immer wieder, wenn neue Leute quasi beim Sportakrobatik zugucken, merke ich immer so, oh, wie krass, die fliegen dann durch die Luft und so. Und immer wenn ich zugucke, ist eigentlich ja so, weil ich habe das schon so oft mittlerweile gesehen und es ist echt selten, also bei Luzi jetzt echt selten was passiert eigentlich. Und deshalb also ganz entspannt immer, wenn ich zugucke oder zugeguckt habe.
[5:04] Luzi: Ich würde auch sagen, weil wir es immer so viel trainieren, dass es gar nicht so verletzungsanfällig alles ist. Also natürlich kann mal was passieren, aber so wirklich große Sachen passieren nicht so oft.
[5:14] Simone: Na Gott sei Dank. Aber ihr unterstützt euch ja schon gegenseitig. Du bist natürlich auch im Stadion und du hast sie unterstützt. Wir hatten uns das jetzt ehrlich gesagt ein bisschen anders vorgestellt. Wir haben gedacht, wir machen so ein bisschen Battle irgendwie. Mama mochte dich immer lieber und du bist talentierter. Ich sehe schon, das wird nichts.
[5:32] Michael: Friede, Freude, Eierkuchen. Das ist extrem langweilig.
[5:35] Mats: Nee, sowas von, sowas von.
[5:37] Simone: In so einem mega sportlichen Haushalt. Wie kann ich mir das vorstellen? Wie seid ihr aufgewachsen? War der Urlaub immer, durfte man da auch mal am Strand chillen oder hieß es immer hier zack, zack, zack, jetzt wird hier aber wieder ein Ball in die Hand genommen.
[5:47] Mats: Also bei uns gab es erstens in der Kindheit meistens Wanderurlaube und nicht Strandurlaube, ne. Da merkt man schon den sportlichen Aspekt. Ja, also wie gesagt, eigentlich sind wir sehr oft wandern gegangen, so in Österreich z.B. im Sommer. Dann später wurde es auch schwer, als ich dann in die höheren Jugenden z.B. kam, hatten wir nicht zu der Zeit frei, wo Luzi dann auch frei hatte. Dann konnten wir zum Beispiel, ich glaube, die letzten beiden Jahre gar nicht mehr zusammen in Urlaub. Ja, so war es eigentlich. Also haben nicht so oft Strandurlaub gemacht, muss ich sagen. Erst seit ich nicht mehr mitfahre.
[6:26] Michael: Jetzt hast du ja die Jugend angesprochen und bei deiner Schwester haben wir geklärt, wie sie so zum Sport gekommen ist. Wie war das denn bei dir? Also du musstest ja mit Sicherheit auch viel Faustball gucken früher.
[6:37] Mats: Ja, ich habe sogar mal beim TV Westfalia, war das noch, die hatten da auch eine Gruppe, die Faustball gespielt hat. Ich glaube mit deiner Tochter sogar auch noch, ich bin mir gar nicht mehr sicher. Aber da habe ich dann auch ein paar Mal mitgespielt oder mittrainiert, so einmal die Woche, aber das war auch für einen kurzen Zeitraum. Aber eigentlich, ich finde, Faustball ist auch ein cooler Sport und ich habe den eigentlich auch immer gerne gespielt. Ich glaube, die haben einfach ein bisschen Pech, dass der Volleyball so recht ähnlich noch ist, aber sonst finde ich das eigentlich, ist auch voll die spannende Sportart zum Zugucken und hat eigentlich auch immer Spaß gemacht, so, wenn man mal gespielt hat.
[7:14] Simone: Ich muss da mal einhaken. Es gab immer so Hobbyturniere vom Faustball, so Spaßturniere hießen die. Und da weiß ich, da hast du, ich weiß nicht mehr, wie alt du warst, 13, 14 oder so, hast einfach gesagt, ach, da spiele ich auch mal irgendwie mit. Hat nicht einmal trainiert, weil war ja schon längst beim Fußball unterwegs und war besser als alle anderen.
[7:35] Mats: Ja, bisschen Talent war wahrscheinlich auch dabei.
[7:36] Simone: Ein bisschen, ja.
[7:38] Michael: Aber so Leute mag niemand, ich weiß, was du meinst.
[7:43] Mats: Aber wie ich zum Fußball gekommen bin, um da noch mal drauf zu kommen: Wir sind damals, als ich 3 war, dann umgezogen hierhin. Sport ist natürlich dann auch immer so, soziale Kontakte findet man schneller und so dann beim Sport. Und da kam halt einfach der HSC, der hier um die Ecke ist, sehr gelegen für mich. Und ich weiß aber noch, oder beziehungsweise auch aus Erzählungen, dass ich bei den ersten 2, 3 Malen, als ich da hingegangen bin, auch nicht so erfreut war eigentlich. Aber ich glaube, es lag halt eher daran, dass alles neu war. Und so, nicht am Fußball. Und dann einfach zur Nähe. Also der Fußballplatz war direkt vor der Haustür gefühlt und deshalb bin ich da auch so dazu gekommen.
[8:25] Simone: Und dann hast du irgendwann angefangen. Du hast gesagt mit 3, 4, wie alle anderen Stöpsel auch. Die Eltern denken natürlich immer, mein Kind ist mit Talent gesegnet. Bei dir war es dann ja aber offensichtlich wirklich der Fall. Wann ist das dann aufgeploppt? Wann hat dich irgendwer entdeckt? Du warst dann irgendwann in der Schalke-Jugend.
[8:42] Mats: Ja, also ich würde schon sagen, dass ich immer so zu den Besseren gehört habe. Dann beim HSC. Und dann bin ich zu Westfalia Rhynern gewechselt damals. Und da hatten wir eine echt richtig gute Truppe, wo wir auch gegen die Nachwuchsleistungszentren wie Schalke, Bremen, Hamburg oder so gespielt haben und auch echt immer gut gespielt haben, auch oft gewonnen haben mit der Mannschaft, weil wir echt gut waren. Und dann bin ich nach 2 Jahren zum FC Schalke. Also der Kontakt war eigentlich schon länger da zum FC Schalke, weil ich damals auf einer Fußballschule war bei Ennard Stietz. Und da waren Jugendtrainer von Schalke auch dabei. Und da haben die mich quasi schon so entdeckt und haben mich schon mal eingeladen. Und dann war ich über die Jahre immer mal wieder da. Und dann bin ich am Ende dann zur U12 zu Schalke. Früher wäre es auch schwer gewesen mit der Fahrerei und so. Da haben Mama und Papa auch gesagt: Boah, nee, schaffen wir auch nicht einfach. Aber dann haben wir auch ein bisschen Unterstützung vom Opa bekommen, zum Beispiel.
[9:52] Simone: Opa hat dich gefahren?
[9:53] Mats: Ja, auch. Und dann haben Mitspieler auch manchmal mich mitgenommen, weil wir auch 2, 3 aus Hamm hatten. Und so ging das dann.
[10:01] Simone: War jemals so ein Sportinternat irgendwie? Wäre das was für dich gewesen?
[10:06] Mats: Ich glaube nicht. Also im Ruhrgebiet haben wir hier natürlich auch Glück, dass viele Vereine hier sind. Wenn ich daran denke oder mich mal mit Spielern unterhalten habe, die so in Niedersachsen groß geworden sind, irgendwo auf dem Dorf.
[10:20] Michael: Plattenland.
[10:21] Luzi: Ja.
[10:22] Simone: Wo man Faustball spielt.
[10:25] Mats: Ja, da gibt es nicht viele Möglichkeiten, dann auswärts ins Internat zu gehen, wenn man diesen Fußballweg verfolgen will. Deshalb haben wir hier schon Glück im Ruhrgebiet. Und es war eigentlich nie eine Option, weil ich auch hier viele Freunde hatte. Also es war einfach nie eine Option. Ich wollte hier bleiben. Und Gelsenkirchen war eine gute Dreiviertelstunde weg, aber es war in Ordnung, konnte man stemmen. Und deshalb war ich gerne hier zu Hause noch.
[10:53] Michael: Ich habe das mal nachgelesen. Du warst teilweise 4-mal die Woche. Um 3:30 Uhr ging es los Richtung Gelsenkirchen, um 9:30 wieder zu Hause. Dann am Wochenende ein Spiel dazu, ne? Und Luzi, du, auch wenn es nicht der Profisport war, ist es ja trotzdem, man ist ein bisschen in seiner Bubble, ne? Wie habt ihr euch denn trotzdem noch verabredet? Hattet ihr noch Freunde, die außerhalb eures Sports existent waren?
[11:22] Luzi: Also generell war es eine Zeit lang auf jeden Fall so, dass man mehr im Sport hatte als in der Schule, aber mit der Zeit wird das schon auch so, dass man viel auch in der Schule hatte, weil man auch den Ausgleich einfach braucht. Weil es sonst immer nur um den Sport geht und dann wird es auch irgendwann ganz schön viel. Und deswegen war es schon auch wichtig, in der Schule gut Anschluss zu finden und sich auch außerhalb dann noch mit denen zu treffen. Da muss man sich dann halt auch einfach die Zeit nehmen und nicht einfach nur dann sagen: Okay, jetzt heute habe ich keine Lust, sondern dann auch, wenn es mal stressig war, trotzdem noch was mit Freunden machen, um die Kontakte einfach zu pflegen.
[11:57] Simone: Du warst bei Schalke, jetzt mal ganz unter uns, du bist ja nicht mehr da. Hast du früher heimlich in BVB-Bettwäsche geschlafen?
[12:07] Mats: Ja, kann vorgekommen sein. Aber das wussten auch Leute bei Schalke. Da gab es auch noch 2, 3 andere, die Dortmund-Fans waren in der Mannschaft.
[12:17] Simone: Echt?
[12:17] Mats: Ja.
[12:18] Simone: Aber gut, da steht man dann drüber. Als Profi hat man jetzt nicht die Wahl, dass man sagt, ach nö. Zu Schalke will ich nicht mit 12.
[12:25] Mats: Nee, nee, nee, nee. Da kann man sich- Also ich hätte zum Beispiel damals auch zu Dortmund gehen können, aber mir hat halt Schalke viel besser gefallen. So von der Stimmung da, die da herrschte und den Spielern, die da auch waren, und Trainern.
[12:42] Simone: Ach echt? Obwohl du eigentlich Dortmund-Fan bist, hat dir Schalke besser gefallen?
[12:46] Mats: Ja, war irgendwie familiärer damals, muss ich sagen, und entspannter noch. Vom Vibe her.
[12:53] Simone: Also jetzt nicht W-E-I-B, sondern ja.
[12:57] Michael: Aber könnte der Weg dich auch noch mal zurückführen?
[13:05] Mats: Wohin? Zum FC Schalke oder zu Dortmund?
[13:08] Michael: Ist das schon diese Verzögerungstaktik, damit sie länger nachdenken können über die Antwort?
[13:14] Mats: Überlege, überlege. Guter Versuch.
[13:15] Simone: Ich glaube, er ist gedanklich noch in der Bettwäsche, aber das ist auch gut.
[13:19] Michael: Nein, jetzt stell dir mal vor, Schalke steigt in die erste Liga auf und der VfL spielt in der zweiten Liga, theoretisch. Und dann sagt so ein Erstligist wie Schalke: Hey, wir kannten dich doch und du hast eine gute Entwicklung genommen, komm mal zurück.
[13:31] Mats: Ja, vielleicht. Also das hängt natürlich immer auch von vielen Faktoren ab. Man kann jetzt nicht einfach sagen: Okay, die Mannschaft, ja, wäre cool, sondern im Fußball hängt es auch viel von Trainern ab, von Spielsystemen, wie du reinpasst. So ist es halt oft auch nicht, wir holen den jetzt, weil der da gut gespielt hat, wird der bei uns auch gut spielen. Jede Mannschaft hat ja auch ein bisschen ein anderes Spielsystem, eine andere Formation. Und so dein Spielertyp muss ja auch da reinpassen. Und deshalb ist es schwer zu sagen, okay, ja, da würde ich hingehen, weil man weiß nicht, wie die ganzen Faktoren so sind einfach.
[14:13] Simone: Ist man irgendwie auch so ein bisschen Ware als Fußballer? Man ist ja dann irgendwie auch in so einem System drin, wie in so einem Katalog. Da kann man ja gucken, wie auf so einer Quartettkarte. Irgendwie Mats Pannewig, so und so alt, so und so groß, Gewicht, spielt das und das und ist das und das wert.
[14:30] Mats: Ja, so ein bisschen. Aber ich finde nicht wie in anderen Sportarten. Ich kenne das ja auch aus Filmen, so wie im Football oder so, oder im Basketball habe ich das auch gesehen. Auch gehört, da können ja Spieler gedraftet werden, wie die wollen, wie die Vereine wollen. Und da haben die Spieler ja gar kein Entscheidungsrecht mehr. So wie, ich weiß nicht, bei Dennis Schröder habe ich das mal gelesen, dass er an 3 Tagen 4-mal gedraftet wurde oder 4-mal weggewechselt wurde quasi. Aber im Fußball hast du ja schon noch selber oft deine eigene Meinung und deine eigene Kraft quasi, irgendwas durchzusetzen. Aber ja, es gibt auch Szenarien, wo du quasi durch irgendwelche Rückkaufoptionen, die Vereine dann in Verträge einbauen, dann plötzlich wieder zurückgekauft wirst und du das aber vielleicht gar nicht willst, aber der Verein dann einfach diese Option hat im Vertrag. Dann hast du keine Chance, da irgendwas gegen zu machen. Also stimmt schon in gewisser Weise, aber es ist nicht so stark wie zum Beispiel in anderen Sportarten. Du hast schon noch manchmal selbst die Entscheidung. Okay, gehe ich jetzt zu dem Club oder gehe ich nicht?
[15:37] Michael: Luzi, wie oft wirst du denn mittlerweile auf deinen Bruder angesprochen?
[15:42] Luzi: Ich würde sagen, gar nicht so oft. Also zwischendurch schon immer mal, aber grundsätzlich nicht so viel.
[15:50] Michael: Geht's dir, also geht's dir ein bisschen auf den Sack oder findest du cool?
[15:53] Luzi: Ich finde es eigentlich ganz cool.
[15:56] Michael: Also man kann ein bisschen auf die zweite Seite.
[16:00] Simone: Kannst du mal ganz kurz?
[16:02] Luzi: Geh mal gucken, wo deine Bettwäsche ist. Immer direkt. Direkt ein Gesprächsthema. Das ist immer ganz gut. Also wenn man neue Leute kennenlernt, man hat direkt ein Thema. So mittlerweile, also früher war ich nicht so Fußball interessiert, aber mittlerweile habe ich das schon auch bisschen Ahnung von, würde ich sagen. Da kann ich auch mitreden.
[16:20] Michael: Bist du öfter im Stadion jetzt? Das heißt, ihr macht so Wochenendausflüge dann mit der Familie und sitzt dann da in der VIP Lounge oder wo auch immer?
[16:30] Luzi: Familienblock sitzen wir.
[16:31] Michael: Aber ihr steht da als Familie komplett dann auch dahinter?
[16:35] Luzi: Ja, auf jeden Fall.
[16:36] Michael: Also ich habe, ich will das einmal kurz hier zeigen. Wir haben ja unsere Serie 800 Jahre, 800 Fakten bei uns im Westfälischen Anzeiger. Und dann habe ich noch mal rausgekramt vor ein paar Wochen, wo man dann wirklich sieht, was das für eine krasse Familie ist. Simone, wir haben drüber geschrieben, erfolgreich über 3 Generationen. Also es ist ja Fritz Pannewig, euer Opa.
[16:56] Simone: Der Fahrer dann.
[16:57] Mats: Der Fahrer.
[16:57] Luzi: Der Fahrer.
[16:57] Simone: Der Fahrer.
[16:58] Luzi: Der Fahrer.
[16:59] Michael: Kann man sagen, der war in den 60er und 70er Jahren VfL-Weltmeister, Europameister. Mit dem TV Westfalia haben wir darüber gesprochen, 7-mal Deutscher Meister. Dann euer Vater natürlich auch Nationalspieler gewesen. Und dann kommst tatsächlich auch schon du, der halt so sportlich, also von der Sportart zwar ausschert, aber man kann jetzt schon sagen, natürlich erfolgreich ist. Also wer wird schon Profifußballer und wer spielt schon Bundesliga? Und du hast ja schon Bundesliga gespielt. Vielleicht erzählst du kurz, wie war der erste Moment, als du eingewechselt wurdest? Glaube ich damals gegen Leipzig im VfL.
[17:32] Mats: Ja, gegen Leipzig war super. Also war echt schön. Vor allem, weil ich das gar nicht so erwartet hätte, dass ich da jetzt eingewechselt werde. Ich wusste nicht, dass mein Stand bei dem Trainer so ist, dass ich wirklich jetzt schon als junger Spieler auch, und ich kam ja von einer halbjährigen Leihe in der Regionalliga, dass ich da dann direkt im ersten Spiel auch dann Minuten bekomme. Hätte ich nicht gedacht und zu dem Zeitpunkt an dem Tag auch nicht. Und als er mich dann nach der Halbzeit direkt zum Aufwärmen schickte und der Athletiktrainer mir sagte: „Ja, der Toto, also ein Spieler, hat ein Rückenproblem. Du bist der Erste, der kommt für ihn." Ja, war ich da schon erstaunt, hatte aber halt auch, was auch gut war, nicht so viel Zeit zu überlegen. Und ja, als ich dann reingekommen bin, war ich schon ein bisschen aufgeregt. Man muss sich halt frei machen von den Gedanken, dass man da gegen Spieler wie Xavi Simons und so spielt. Aber das ist mir da auch noch nicht so einfach gefallen wie dann in den Spielen, die dann danach kamen.
[18:37] Simone: Und danach kam dann irgendwann auch dein erstes Tor für den VfL Bochum. Ist noch gar nicht so lange her, ein paar Wochen irgendwie. Was war das für ein Gefühl?
[18:46] Mats: Ja, auch ein sehr besonderes Gefühl, weil ich auch davor oft schon die Chance hatte, ein Tor zu schießen. Auch das erste Tor zu schießen, selbst in der Bundesliga, weiß ich noch ein paar Szenen, wo ich hätte treffen können. Und dass es dann endlich passiert ist, das war auch ein bisschen wie so eine Erlösung, muss ich sagen.
[19:06] Simone: Man muss sagen, dein jetziger Trainer Uwe Rösler hält sehr, sehr große Stücke auf dich. Wir haben tatsächlich einen Interviewton, der speziell sich um dich dreht. Wolltest du mal hören?
[19:16] Uwe Rösler (O-Ton): Ja, das zeigen ja seine Leistungen, die Qualität, die er abliefert über Monate, seitdem ich gekommen bin. Er spielt ja im Prinzip fast jedes Spiel. Er ist so unser Verbindungsspieler zwischen der Defensive und Offensive. Er kann das Spiel gut zusammenbringen, hat technisch sehr hohe Fähigkeiten, ist eigentlich ein bisschen unser Spielmacher. Hat jetzt 2 Tore geschossen. Ich glaube, da kann noch mehr kommen. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit ihm und mir gefällt einfach dieser Spielertyp. Er ist ein großer Spieler, sehr kopfballstark, er läuft unheimlich viel, ist nicht der Schnellste, aber am Ball sehr, sehr gut, kann unter Druck Bälle gut behaupten, kann unter Druck Lösungen finden. Wir hoffen, dass wir um ihn auch eine gute Mannschaft für die Zukunft bauen können.
[19:54] Simone: Um ihn eine Mannschaft bauen können, das ist schon allerhand, obwohl du nicht der Schnellste bist. Aber das liegt, glaube ich, an deiner Größe, oder? Ja, auch.
[20:01] Mats: Wobei, wenn man Haaland anguckt, der ist auch schnell. Okay, also da ist so Luft nach oben. Jeder hat andere Stärken, sage ich immer.
[20:10] Simone: Ja, die hat er ja eindeutig beschrieben, dass du auch durchaus so ein Spieler mit Köpfchen bist. Das hört man ja auch ganz gerne.
[20:16] Mats: Ja, genau. Ja, muss ich schon sagen. Also das liegt mir eher. Also ich laufe ja viel auch. Also in den Beinen ist schon was, aber nicht diese, nicht die Schnelligkeit.
[20:28] Michael: Aber es ist ja eine Wahnsinnsentwicklung. Also wir haben vom ersten Einsatz, vom ersten Tor gesprochen. Das ist alles in relativ kurzer Zeit passiert und jetzt spricht der Trainer von dir schon so als Schlüsselspieler mehr oder weniger. Was läuft denn da für ein Film ab bei dir, wenn du das jetzt schon mal Revue passieren lässt, was du jetzt mit deinen bisher 21 Jahren schon geschafft hast?
[20:49] Mats: Ja, also bin ich auch in gewisser Weise stolz auf mich, aber natürlich will man mehr. Man hat natürlich jetzt echt eine gute Entwicklung genommen. Da bin ich auch Uwe Rösler zum Beispiel sehr dankbar, dass er mir sehr oft das Vertrauen geschenkt hat, auch in Situationen, wo es vielleicht auch 50:50 war, hat er oft einfach auf mich gesetzt. Und ich konnte ihm das auch sehr oft zurückzahlen. Und das ist dann natürlich auch wichtig in so einer Entwicklung. Und daran wächst man einfach. Und jetzt möchte ich natürlich auch mehr und jetzt möchte ich noch mehr. Also spielen, spielen kann man vielleicht sogar gar nicht noch mehr, aber vielleicht als Charakter auch noch weiterzuwachsen in der Mannschaft.
[21:34] Simone: Wir haben vorhin drüber gesprochen, deine Eltern natürlich immer am Start, ganz normal im Familienblock mit Luzi beim VfL. War ich tatsächlich auch schon im Stadion, habe dann deine Eltern auch da vorm Stadion getroffen und wir haben tatsächlich jemanden mit einer Beflockung Pannewig gesehen, der, denke ich mal, nicht zu eurer Familie gehörte, weil Mama und Papa kannten ihn nicht. Was war das für dich für ein Gefühl, als du zum ersten Mal wen gesehen hast? Oder hast du auch schon mal wen gesehen mit Trikot Pannewig, den du jetzt nicht persönlich kennst?
[22:00] Luzi: Was ist das für ein Gefühl? Ja, ist schon besonders, dass so andere Leute den Namen so auf dem Rücken tragen.
[22:08] Michael: Ist ja auch dein Name, ne?
[22:10] Simone: Ja, genau.
[22:11] Luzi: Ich würde sagen, es wird auf jeden Fall in letzter Zeit auch immer mehr. Also am Anfang waren es nicht so viele, aber mittlerweile-
[22:17] Simone: Wenn er jetzt mehr Tore schießt, dann wird es noch mehr werden.
[22:19] Luzi: Genau, jetzt spielt er mehr, da kennen die Leute ihn auf jeden Fall auch und haben immer mehr Leute den Namen auf jeden Fall auf dem Trikot.
[22:26] Simone: Beim ersten Tor, seid ihr ausgerastet?
[22:28] Luzi: Auf jeden Fall. Wir haben es hier zu Hause alle zusammen geguckt. Auch der erste Bundesliga-Einsatz. Ich glaube, die Aufregung war hier auch genauso groß wie beim Mats im Stadion.
[22:37] Simone: Und danach wurde erstmal wahrscheinlich auf Mats einer gehoben. Ja. So stelle ich mir das vor. Jetzt müssen wir vielleicht aber auch noch mal, ohne jetzt Salz da reinkippen zu wollen, so ein bisschen zu den negativen Seiten des Ruhms auch kommen, des steigenden Ruhms. Ist natürlich toll, die Leute vergöttern dich und feiern dich, wenn du Tore schießt. Wenn das mal eine Weile nicht so ist, sind die aber auch schnell mit dabei oder auch gerade die Presse und verreißt Leute sehr, sehr schnell. Und was ich bei jungen Leuten halt gerade immer ein bisschen unfair finde, aber ist wahrscheinlich das Geschäft. Werdet ihr da irgendwie drauf vorbereitet? Habt ihr irgendwie so, weiß ich nicht, psychologische Unterstützung oder wird man da einfach so reingeschmissen?
[23:22] Mats: Ja, es gibt Vereine, die da psychologische Unterstützung haben. Ich habe persönlich aber auch so etwas wie Mentaltrainer gibt es ja auch, also da kümmere ich mich auch selber drum. Und ich glaube, dass es sehr wichtig ist, auch im Fußball heutzutage so mental zu arbeiten, nicht nur fußballerisch dann. Auch genau für solche Situationen zum Beispiel, wobei ich da mir auch oft denke, es gab schon Situationen da, vor allem mit Presse, die dann halt direkt eigentlich irgendwelche Artikel veröffentlichen, wenn man mal die Leistung nicht gebracht hat oder so. Das geht sehr schnell und das habe ich jetzt auch öfter schon erlebt. Und ich weiß, dass es, wenn man dann eine super Leistung bringt, dass es die gleichen Leute genau das Gegenteil dann posten oder veröffentlichen. Und deshalb, also ich mache mir nicht so, also vor allem mit Presse und etc., mache ich mir eigentlich gar nicht so großen Kopf, weil ich eigentlich auch gefühlt gar nichts lese. Also ich lese echt, wenn mir mal was zugeschickt wird, und jemand das kommentiert oder mir dazu etwas schreibt, dann lese ich vielleicht da Parts. Aber eigentlich lese ich gefühlt gar nichts.
[24:37] Simone: Verfolgst du das, Luzi, die Berichterstattung über Mats? Oder irgendwelche Postings oder so?
[24:43] Luzi: Nee, nicht so wirklich. Also ich folge VfL Bochum, aber sonst eigentlich auch nichts. Also da kommentieren ja dann die Leute, nicht die Presse, sondern einfach irgendwelche Menschen, die das Spiel geguckt haben. Aber ich lese da eigentlich auch nichts.
[24:56] Mats: Meine Familie ist ja ganz groß drin. Also außer Luzi.
[25:01] Simone: Das zu lesen oder zu kommentieren?
[25:04] Mats: Nee, zu lesen.
[25:06] Simone: Hier, Mutti Pannewig: Ey, bist du doof? Das ist mein Sohn.
[25:11] Mats: Kommt ja gleich rein. Nee, nee, nee, das nicht. Aber so Artikel zu lesen.
[25:14] Simone: Die verfolgen das schon. Na klar. Wenn du so was jetzt hörst, bist du dann froh, dass du dich für eine Sportart entschieden hast, wo du nicht so im Fokus stehst und dich nur selber ärgern musst, wenn irgendwas nicht klappt?
[25:25] Luzi: Ja, wahrscheinlich ist es, also es ist natürlich cool, wenn man auch so ein bisschen Bekanntheitsstatus hat und in so einer Sportart, die die Leute auch verfolgen, tätig ist, aber ich glaube, es ist halt aus den Gründen auch ganz cool eigentlich, wenn das halt so eine Sportart ist, die unter dem Radar läuft, wo quasi die Leute, die auch tätig sind, die Sportart kennen und vielleicht die, die jemanden kennen, der es macht, aber sonst ist es ja wirklich nicht so bekannt. Und nur bei so ganz großen Wettkämpfen kriegen die Leute da vielleicht mal ein bisschen was mit. Aber sonst ist wahrscheinlich ganz gut, wenn da nicht jeder Mensch seinen Senf dazu gibt.
[26:00] Simone: Wie empfindest du das denn, dass er so ein bisschen, kann man das sagen, der Star der Familie ist, dass vermutlich deine Eltern oft auf ihn angesprochen werden und nicht auf dich?
[26:10] Luzi: Das ist mir eigentlich ziemlich egal. Also in unserer Familie jetzt so, wenn wir uns privat sehen, ist das ja kaum Thema und deswegen stört mich das eigentlich nicht so richtig.
[26:21] Simone: Wobei man auch sagen muss, du hast gesagt, der Opa war Fahrer. Bei dir war die Mama auch viel, zumindest Mitfahrerin. Die ist ganz, ganz viel mit dir zu Meisterschaften eigentlich immer dabei. Genau, genau.
[26:31] Luzi: Und seit bei den Wettkämpfen hier in der Nähe waren dann Mats und Papa auch oft dabei.
[26:35] Mats: Aber sonst Familie auch, ja, Opa auch.
[26:36] Luzi: Also bei uns in der Familie auch jetzt nicht nur die engste Familie, sondern auch mit Oma, Opa, Tante, Onkel, also wir schon alle, würde ich sagen. Sehr supportive, also dass wir auch bei unseren Cousinen oder Cousins mal dabei sind, wenn die irgendwelche Veranstaltungen in der Nähe haben. Da sind wir schon alle immer voll mit drin.
[26:53] Michael: Also was du ja sehr gut beurteilen kannst, du kennst deinen Bruder ja so ziemlich genau. 18 Jahre, würde ich sagen. Ja, kommt hin. Wie hat er sich denn verändert? Oder hebt er langsam ab?
[27:02] Luzi: Nee, auf jeden Fall nicht. Also ich würde sagen, nicht groß verändert. Also natürlich älter geworden, da verändert man sich glaube ich sowieso. Also egal jetzt, ob man dann Fußballer wird oder irgendeinen anderen Job ausübt, aber ich würde jetzt sagen, dass da keine großen Veränderungen wegen der Öffentlichkeit oder dem Sport sind.
[27:22] Michael: Was glaubt ihr denn, welche Rolle spielt hier die Stadt Hamm, die Region? Man hat ja das Gefühl, hier sind alles so ehrliche Leute, man ist grundsätzlich mal auf dem Boden geblieben. Wir haben jetzt ja nicht die großen Wolkenkratzer vor der Tür, sondern eher schon mal auch das ein oder andere Zechenhaus noch, was man so sieht. Ist das was, wenn du dann auch wieder zurückkommst hier in deine Heimat, was dich dann auch wieder runterholt, wieder so erdet?
[27:47] Mats: Ja, man muss natürlich sagen, Bochum als Stadt an sich ist ähnlich, ist einfach ein bisschen größer, aber so die Mentalität ist ähnlich.
[27:55] Michael: Das passt dann zu dir.
[27:56] Mats: Ja, würde ich schon sagen. Bochum ist ja auch eher so eine Arbeiterstadt und jetzt ist es nicht so, dass ich da von Düsseldorf oder keine Ahnung, wieder nach Hamm komme. Deshalb, der Unterschied ist nicht so stark, finde ich. Deshalb ist es eigentlich nicht so schwer, sich dann wieder so daran zu gewöhnen. Aber wie gesagt, also es ist immer schön, hier nach Hamm wiederzukommen und mit Freunden hier ins Café zu gehen oder so. Das ist einfach schön.
[28:26] Michael: Ja, so ein kleines Dorf dann noch.
[28:28] Mats: Ja, genau. Wenn man zum, weiß nicht, wenn man ins Café geht oder so, trifft man immer die Leute von früher wieder oder die Leute aus der Schule wieder.
[28:35] Michael: Oder die fragen auch selten nach einem Autogramm wahrscheinlich.
[28:38] Mats: Nee, genau, das ist auch entspannter. Nee, aber so oft kommt das auch nicht vor.
[28:43] Simone: Aber es kann natürlich sein, dass die Anreise nach Hamm irgendwann mal weiter wird für dich, wenn irgendein Verein Interesse bekundet. Ich sage jetzt mal Erstliga-Verein Augsburg sagt, den Mats, den wollen wir. Du hast vorhin gesagt, du hast ein bisschen Mitspracherecht. Habe ich das so richtig verstanden? Also die könnten jetzt nicht einfach sagen, den wollen wir und du musst die Koffer packen. Was wäre denn dann jetzt mal als Beispiel?
[29:07] Mats: Ach so, dann würden Gespräche geführt werden, erst über meinen Berater und dann würden Gespräche geführt werden zwischen Trainer, mir, so und so. Jetzt wäre ja theoretisch, also wenn man in einem Vertrag steckt, muss Ablöse bezahlt werden und da würden sich die Vereine dann einig werden und dann würde es den Transfer geben, theoretisch. Ja, also viele Stufen, die dazwischen liegen noch.
[29:34] Simone: Aber wenn, dann ginge es durchaus auch mal weit weg. Da hättest du jetzt aber spontan kein Problem mit? Das ist halt Profifußballer.
[29:42] Mats: Ja, wäre das erste Mal für mich. Aber ich würde natürlich, also wenn alles drumherum passt, dann würde ich auch sagen ja, weil es ja, wie gesagt, ist mein Job. Und wenn ich da in meiner Entwicklung auch einen Schritt machen kann generell, dann würde ich das auf jeden Fall machen.
[30:02] Simone: Was wäre denn ein Verein? Ich weiß jetzt nicht, in Deutschland oder in Europa? Think big, der dich reizen würde?
[30:12] Mats: Also ich habe gar nicht so einen speziellen Verein, nein, wirklich. Aber ja, also ins Ausland irgendwie mal irgendwann zu gehen. Also ich glaube, England wäre schon, weil das einfach die beste Liga der Welt ist, auch wäre glaube ich schon krass. Aber auch nach Spanien zu gehen, ist sehr technisch basierter Fußball, so würde ich auch cool finden. Wetter gut auch, ne?
[30:36] Simone: Ja, das in England jetzt nicht so, aber da hättest du vielleicht Sjoeke Nüsken. Kennst du die eigentlich?
[30:42] Mats: Nicht persönlich, ne. Also viel schon von gehört. Ich habe auch gehört, dass sie, ich glaube sogar auch aus Westfalen kommt oder aus hier.
[30:49] Simone: Rhynern, glaube ich, oder? Hier die Ecke.
[30:51] Mats: Ja, irgendwie hier die Ecke. Aber persönlich noch nie wirklich Kontakt gehabt. Aber schon verfolgt auch. Und sie geht auch ihren Weg.
[31:01] Michael: Hast du ein Vorbild fußballerisch? Gibt es irgendjemanden, den du bewunderst? Wo du sagst, das könnte ich mir abgucken?
[31:08] Mats: Ja, vor allem bei Barcelona gibt es viele Spieler, von denen man sich viel abgucken kann. Auch jetzt so, wie mein Spielstil so ein bisschen ist. Zum Beispiel Frenkie de Jong von Barcelona. Den Spielstil an sich finde ich sehr cool und man kann sich sehr viel von ihm abgucken.
[31:29] Simone: Also eventuell geht dein Weg dann irgendwann auch mal ins Ausland. Wer weiß das? Und Luzi? Dein Weg, man muss erstmal sagen, dein sportlicher Weg in Sachen Sportakrobatik ist so ein bisschen erstmal auf Eis gelegt, ne?
[31:40] Luzi: Genau, ich habe im Dezember meinen letzten Wettkampf gemacht, auch hier in Hamm. Das war ein schöner Abschluss auf jeden Fall. Wir haben immer am Ende des Jahres den Wintercup in Hamm, und da haben wir uns dann entschieden, dass das der letzte Wettkampf sein wird. Aktuell bin ich aber trotzdem noch 2-, 3-mal die Woche in der Halle und helfe bei den Kleinen mit, die zu trainieren. Habe da jetzt mittlerweile auch so ein, zwei Formationen, wo ich mich verstärkt drum kümmere. Und jetzt soll es aber erst mal ums Studium und Ähnliches gehen.
[32:09] Simone: Genau, du hast letztes Jahr Abi gemacht, ne, am Weißenkamm. Ein sehr, sehr gutes Abi, um es mal vorsichtig zu formulieren. Das weiß ich zufällig aus erster Quelle. Das heißt, dir stehen da alle Wege offen.
[32:23] Luzi: Was möchtest du jetzt machen? Ich möchte wahrscheinlich Zahnmedizin studieren. Genau, da muss ich jetzt erstmal noch den TMS, also den Medizinertest, schreiben, und dann möchte ich im Oktober das Studium beginnen.
[32:36] Michael: Dann wirst du auch nicht in Hamm bleiben, möchte ich mal voraussagen. Zumindest fürs Studium.
[32:41] Luzi: Genau, also ich habe jetzt eigentlich vor, nicht so weit wegzugehen. Also es gibt auch in NRW Möglichkeiten, das zu machen.
[32:47] Michael: An der Ruhr-Uni in Bochum vielleicht?
[32:49] Luzi: Nee, da geht's tatsächlich nicht, ehrlich nicht.
[32:51] Simone: Aber in Münster geht's.
[32:53] Luzi: In Bochum geht nur Humanmedizin. Genau, also da wäre ich erstmal, würde ich da in der Nähe bleiben wahrscheinlich. Aber wenn es jetzt irgendwas anderes sich ergibt, was wirklich gut ist, dann bin ich da auch nicht abgeneigt.
[33:07] Simone: Also Luzi bleibt noch hier und kann dir mal die Zähne richten, falls dich ein Kopfball irgendwie blöd erwischt.
[33:13] Mats: Ja, so, genau.
[33:14] Simone: Man weiß ja nie.
[33:15] Mats: Auch nicht so schlecht, ne?
[33:15] Simone: Wir wollen natürlich hoffen, dass du von großen Verletzungen verschont bleibst. Aber gibt es für dich überhaupt einen Plan B? Hast du da mal drüber nachgedacht, wenn irgendwas gar nicht klappt oder ich verletzt mich ganz doll, oder was weiß ich. Was wäre dein Plan B?
[33:30] Mats: Ja, also habe ich jetzt noch nicht so richtig drüber nachgedacht. Ich hatte auch mal, vielleicht fange ich irgendwann auch ein Fernstudium irgendwann irgendwo an. Ja, genau. Aber sonst habe ich mir noch nicht richtig darüber Gedanken gemacht, in welche Richtung ich gehen würde. Aber das muss ich auch irgendwann machen, weil der Fußball ist auch nicht unendlich lang. Und da muss man sich auch irgendwann Gedanken zu machen. Wobei ich jetzt sage im Moment, dass ich noch lange spielen werde und ich hoffe, dass ich auch noch höher kommen werde. Aber klar, also irgendwann muss man sich auch darüber Gedanken machen. Ich weiß auch nicht, ob ich dann vielleicht im Fußball bleibe, wobei ich jetzt eher dazu tendiere, das nicht zu tun. Also ich weiß noch nicht genau.
[34:15] Simone: Früher haben die Leute, glaube ich, dann immer einen Sportladen aufgemacht. Heute sind die Fernsehkommentatoren hier so.
[34:22] Mats: Ja, stimmt. Experten.
[34:24] Simone: Experten, so heißt das. Aber bis dahin hast du ja noch ein bisschen, bis du Experte wirst.
[34:30] Mats: Ja, ist noch ein bisschen. Hoffentlich.
[34:32] Michael: Wie guckst du denn so eine WM jetzt im Sommer? Ist das dann auch mit Grillen und Bier und den Kumpels hier?
[34:37] Mats: Ja, vielleicht. Ja, ja, ja, nee, schon. Ich weiß gar nicht, wann beginnt die? Ich glaube Mitte Juni, weil unsere Vorbereitung beginnt auch am 24. schon wieder bei Bochum. Aber ja, also mit Grillen und Kaltgetränken.
[34:55] Simone: Soweit das zeitlich passt, das ist ja wieder mit der Zeitverschiebung, da ist ja mit Grillen wieder nicht so dolle. Aber uns fragt ja keiner.
[35:02] Michael: Nicht so zuschauerfreundlich dieses Jahr, da hast du auch wieder recht.
[35:06] Simone: Wir wünschen euch auf jeden Fall alles, alles Gute, dir verletzungsfreien Aufstieg.
[35:12] Mats: Danke, danke.
[35:13] Simone: Ich denke schon, dass wir dich in der ersten Liga auch wiedersehen und dir natürlich ganz, ganz viel Erfolg beim Studium. Und wie immer gibt es am Ende noch eine kleine Aufgabe für euch.
[35:21] Michael: Ja, ach Gott, so schlimm ist es eigentlich nicht, aber wir wollen natürlich unsere Stadt ja auch noch mal ein bisschen mit reinholen jetzt zum 800-jährigen Jubiläum. Und wir wollten jeweils an euch mal die Frage richten, ganz spontan: Welche 3 Worte verbindet ihr mit eurer Heimatstadt Hamm?
[35:42] Mats: Also ich werde immer mit Hamm Familie verbinden einfach, weil ich ja auch jetzt schon aus Hamm raus bin.
[35:51] Simone: Du wohnst in Dortmund inzwischen, ne?
[35:53] Mats: Ja, genau, in Dortmund. Familie, Café zum Beispiel. Ich muss sagen, ich gehe sehr oft ins Café hier in Hamm.
[36:03] Simone: Ach, deswegen sieht man dich da öfter.
[36:07] Mats: Ja, hast du noch was?
[36:08] Luzi: Also ich würde auf jeden Fall auch noch die Freunde mit reinnehmen.
[36:11] Mats: Freunde auf jeden Fall.
[36:12] Luzi: Genau, die meisten. Also ich habe ja jetzt wirklich meinen Mittelpunkt vom Leben wirklich nur in Hamm, nicht auch noch in irgendeiner anderen Stadt, und deswegen sind eigentlich alle meine Freunde auch aus Hamm. Deswegen würde ich das auch auf jeden Fall dazu nehmen.
[36:26] Simone: Was ist so dein Lieblingsort? Mats hat gesagt Café, immer schön.
[36:31] Luzi: Also ich gehe auch gerne mal ins Café, auf jeden Fall, aber sonst mache ich auch oft mit Freunden was zu Hause. Oder auch mal was essen gehen. Jetzt nicht nur ins Café, sondern auch Restaurants.
[36:42] Simone: Also an euch liegt es auf jeden Fall nicht, wenn die Gastro baden geht.
[36:46] Michael: Das stimmt. Schön, haben wir das auch geklärt. Nee, finde ich gut. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Das war ein richtig, richtig cooles, aufschlussreiches Gespräch, wie ich fand. Sehr sympathische junge Leute, die wir hier getroffen haben.
[37:00] Simone: Absolut.
[37:01] Michael: Und wir sagen Dankeschön.
[37:03] Mats: Dankeschön.
[37:08] Jingle: Das waren Hammerstimmen, der Podcast aus unserer Stadt. Wenn dir die Folge gefallen hat, teile sie gern weiter und bleib dran. Es warten noch viele spannende Menschen und Geschichten auf dich. Präsentiert und für den Gaumen abgerundet von Schürmanns Genusswelten, deinem Experten für exzellente Weine, köstliche Spirituosen und besondere Biere.
Transkript erstellt mit Audrey Audio | Hammer Stimmen - 800 Jahre Hamm